MARIJA
Darsteller:  Margarita Breitkreiz, Dahin Eryilmaz, Georg Friedrich
Regie:  Michael Koch
Dauer:  101 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  realfictionfilme.de/filme/marija
 

Es gibt Filme, die reines Popcorn-Kino bieten und bei denen man sich auch nicht groß mental damit beschäftigen muss, ob sie nun real sind oder nicht - so wie den zeitlich startenden "Kong: Skull Island" zum Beispiel. Und es gibt Filme, die Geschichten erzählen, die entweder frei erfunden sind, auf wahren Begebenheiten beruhen, oder so real sind, dass die wahre Begebenheit eigentlich keine Rolle mehr spielt. "Marija", das Spielfilmdebüt von Regisseur Michael Koch, ist solch ein Film.

Wir lernen Marija (Margarita Breitkreiz) kennen. Die junge Ukrainerin lebt in einem sozialen Brennpunkt von Dortmund und hat so wenig Geld, dass sie ihre Tätigkeit als Reinigungskraft in einem Hotel dazu ausnutzt, von Gästen zu stehlen - bis eine Kollegin sie verpfeift und Marija eigentlich froh sein sollte, dass sie nicht der Polizei übergeben, sondern nur gefeuert wird. So wird das wohl nichts mit ihrem Traum, dem eigenen Friseursalon, für den sie jeden Monat etwas Geld beiseite legt. Um nicht auch noch ihre Wohnung zu verlieren, geht sie auf die sexuellen Forderungen ihres Vermieters Cem (Sahin Eryilmaz) ein. Während sie hierbei kalt und gefühlslos bleibt, entwickelt er durchaus Zuneigung und nimmt Marija als seine weibliche Begleitung mit zu einer Party des Bauunternehmers Georg (Georg Friedrich). Dieser entwickelt auch Interesse an der Ukrainerin, und so weiß Marija bald nicht mehr, was für sie und ihre Ziele sinnvoll und was gefährlich ist in einer Gesellschaft voller Eigeninteressen und dubioser Geschäfte.

Michael Koch ist es in seinem Debüt gelungen, den Film so reell zu inszenieren, dass man manchmal meint, man schaut eine Dokumentation, die einem mal wieder vor Augen führt, mit welchen Problemen viele bei uns zu kämpfen haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie arbeitswillig, strebsam, auf der Suche nach Glück, Liebe oder dem großen Traum sind, der dann doch viel erreichbarer und kleiner ist als denkbar. Ein gelungener Streifen.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)