MORGEN, IHR LUSCHEN! DER AUSBILDER-SCHMIDT-FILM
Darsteller:  Ausbilder Schmidt, Axel Stein, Collien Fernandes, Rainer Hunold
Regie:  Mike Eschmann
Dauer:  90 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  uphe.de/microsites/ausbilder_schmidt
 

Auf der Bühne ist Comedian Holger Müller mit seiner Figur, dem gnadenlosen Bundeswehr-Ausbilder Schmidt, ja inzwischen eine große Nummer, und sein Programm ist auch wirklich amüsant. Mit seinen Schilderungen des Kasernen-Alltags und vor allem den Übertragungen auf das leidige Zivilisten-Dasein ist er da immer für den einen oder anderen Lacher gut. Was also liegt näher, als diesen Erfolg auch im kommerziell so attraktiven Kinogeschäft zu suchen.

Aber was uns Regisseur Mike Eschmann hier präsentiert, hat mit dem Bühnenprogramm herzlich wenig zu tun. Zwar nimmt Ausbilder Schmidt auch bei ihm den meisten Raum ein, aber leider muss ja für einen Spielfilm auch eine Rahmenhandlung her, und die ist so simpel wie vorhersehbar.

Es geht um den Staatsbesuch des Prinzenpaares von Kalluschistan, für den der gerne Chaos verursachende Ausbilder Schmidt von seinen Vorgesetzten lieber aus dem Verkehr gezogen werden soll. Da kommt der aufmüpfige Rekrut Zielinski (Axel Stein) gerade recht, um Schmidt auf seiner „Sondermission“ in der Pampa zu begleiten. Natürlich wittert Schmidt hinter allem die terroristische Gefahr, die es zu bekämpfen gilt und weiht gleichzeitig den verweichlichten Rekruten in die Geheimnisse militärischer Operationen ein. Selbstverständlich auch, dass dann tatsächlich eine Bedrohung existiert, der sich Schmidt mit Zielinski heldenhaft entgegenstellt.

Das bietet vom ersten Moment an Humor aus der untersten Schublade, denn was auf der Bühne in der Fantasie des Zuhörers entsteht, funktioniert auf der Leinwand überhaupt nicht. Wenn Schmidt mit seinem Jeep im Rückwärtsgang Zuschauertribünen umfährt oder mit seinem Begleiter Zielinski ganze Bundeswehr-Kompanien beschäftigt, erinnert das an die Slapstick-Einlagen früher Rudi-Carrell-Komödien und ist damit eher traurig anzuschauen. Dabei verpuffen sogar Schmidts markige Sprüche anhand der mitgelieferten Bilder nahezu wirkungslos. Dass auch noch sämtliche Klischees vom ewig gestrigen Kriegsveteranen bis zur schwulen Männertanztruppe bemüht werden, passt nur zu gut ins Bild, das auch wegen bescheidener schauspielerischer Leistungen schon fast peinlich ist. Einziger Lichtblick sind freche, bundeswehrkritische Bemerkungen, die wie Schmidts Ansagen vereinzelt für ein Schmunzeln sorgen. Das aber reicht keinesfalls aus, um einen gescheiterten Film zu retten, der nach überstandenen anderthalb Stunden geradezu ärgerlich ist.

Wertung: 0 von 10 Punkten

(Mick)