Minority Report



D: Tom Cruise, Colin Farrell, Samantha Morton, R: Steven Spielberg, 145 Min.

Im Jahr 2054 wird es auf der Erde mit Sicherheit anders aussehen als jetzt, technische Neuerungen werden das Erscheinungsbild prägen. So ist es dann auch in "Minority Report", der im Washington dieses Jahres spielt. Seit sechs Jahren ist die Stadt frei von Mord, durch Pre-Crime, eine damals neu eingerichtete Polizeibehörde, die Mörder schon vor der Tat verhaftet und dann für das, was sie tun wollten, verurteilt. Woher weiß Pre-Crime von den Morden, die passieren würden? Drei in der Öffentlichkeit vergötterte und angebetete Individuen, die sogenannten Pre-Cogs, verraten es ihnen. In einer Flüssigkeit liegen sie in einer Art Dämmerzustand mitten im Hauptquartier der Behörde, von der Außenwelt komplett abgekapselt. Jeder ihrer Gedanken wird im Computer gespeichert und ausgewertet, und Pre-Crime geht nur dann ans Werk, wenn alle drei Pre-Cogs übereinstimmende Visionen zu einem bestimmten Gewaltverbrechen entwickeln. Die Pre-Cogs liefern die Namen des zukünftigen Opfers und des Täters, die Zeit des Verbrechens und ungeordnete Bilder des Mordes.

John Anderton (Tom Cruise) ist Pre-Crimes bester Cop, er weiß am besten mit den Informationen der Pre-Cogs umzugehen, bis er sich sicher ist, wo der Mord stattfinden würde. Zusammen mit seinen Kollegen ist er dann stets zur Stelle und verhaftet den verkappten Mörder, um ihn in einem besonderen Gefängnis abzuliefern, einer Halle, in der die Verbrecher in Röhren aufbewahrt werden. So stark er im Job ist, so schwach ist er nach Dienstschluss. Nur mit Drogen schafft er es, die Vergangenheit zu bewältigen, denn vor einigen Jahren verschwand sein Sohn während eines Schwimmbadbesuchs mit ihm, woran dann auch seine Ehe zerbrach.

John Andertons Einstellung zu Pre-Crime ändert sich schlagartig, als er beim Auswerten einer Pre-Cogs-Vision plötzlich sich selbst als Mörder sieht, wobei er das Opfer nicht einmal kennt. Kann dies wahr sein? Irren die Pre-Cogs? Steckt vielleicht der arrogante Danny Witwer (Colin Farrell), der im Auftrag des Rechtsministeriums Pre-Crime auf mögliche Fehler untersucht, hinter der Sache? 36 Stunden bleiben ihm nur bis zur Zeitpunkt des Mordes, um Licht ins Dunkel zu bringen. Er flieht und taucht unter, was in der hochmodernen Gegenwart Mitte des 21. Jahrhunderts gar nicht so einfach ist, wird man doch ständig anhand von Augenscans identifiziert. Erste Hoffnung bringt ihm Iris Hineman (Lois Smith), eine Wissenschaftlerin, die die genetische Grundlage für die Pre-Cogs entwickelte, und die ihm offenlegt, dass die Pre-Cogs doch fehlbar sind. Wenn er es schaffen würde, den "Minority Report" zu finden, könnte er seine Unschuld beweisen - aber dieser steckt in Agatha (Samantha Morton), der Stärksten der Pre-Cogs. Ein Wettlauf gegen die Zeit und den Überwachungsstaat beginnt, der einige Überraschungen mit sich bringt…

Schon länger war in Hollywood geplant, den Stoff zu "Minority Report" zu verfilmen. Dieser geht auf eine Kurzgeschichte des legendären Science-Fiction-Autors Philip K. Dick zurück, auf dessen Arbeiten auch "Blade Runner" oder "Total Recall" basiert sind. Erst aber, als Tom Cruise eine frühe Adaption der Geschichte las und diese dann an Steven Spielberg schickte, nahm das Projekt Gestalt an. Der Regie-Großmeister schafft es dann auch wunderbar, die Zukunft ins rechte Licht zu rücken, alles realistisch wirken zu lassen - bis hin zu wunderbar anzuschauenden Elektro-Spinnen als Spione. Zum ersten Mal kam es für Spielberg zu einer Zusammenarbeit mit Tom Cruise, der einmal mehr seine Klasse auch in Action-Filmen beweist. Die Handlung des Films ist sehr interessant und gut, sie hat aber auch gewisse Lücken, wo ein paar Antworten auf Fragen, die man sich beim Anschauen stellt, nicht gegeben werden. Schade, denn dies ist der einzige wirkliche Schwachpunkt eines ansonsten sehr kurzweiligen und guten Action-Sci-Fi-Thrillers.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)