MIT SIEBZEHN
Darsteller:  Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila, Alexis Loret
Regie:  André Téchiné
Dauer:  116 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.MitSiebzehn-DerFilm.de
Facebook:  www.facebook.com/mitsiebzehn
 

Wenn der deutsche Film "Die Mitte der Welt" den Jugendlichen die Angst zu nehmen versucht, das Thema Homosexualität offen und ehrlich zu behandeln und nun selbst das Haus Disney nicht mehr davor zurück schreckt, homosexuelle Charaktere in alt bekannte Geschichten einzuflechten, dann sind die Franzosen natürlich auch weiter fleißig dabei, dem Thema das eigentlich schon lange abhandene Tabu zu nehmen.

In "Mit Siebzehn" verguckt sich der pubertierende Damien (Kacey Mottet Klein) in seinen Klassenkameraden Thomas (Corentin Fila) - was sich zuerst einmal in scheinbare Feindschaft der beiden nieder schlägt, sie scheinen sich nicht zu mögen, schikanieren den anderen sogar, bis zu Prügeleien. Als Damiens Mutter Marianne (Sandrine Kiberlain) als Landärztin auf einen abgelegenen Berghof in den Pyrenäen gerufen wird, lernt auch sie Thomas kennen, der dort als Adoptivsohn lebt. Der gut aussehende Jüngling mit halbafrikanischen Wurzeln gefällt Marianne, und als sie dessen Mutter ins Krankenhaus überweist, bietet sie Thomas an, für eine Zeit bei ihr und Damien zu leben, auch um seine kriselnden schulischen Leistungen zu verbessern, schließlich können die Jungs so zusammen lernen und für Thomas fällt der elend lange Schulweg weg. Nach weiteren Prügeleien wird den Jungs klar, dass sie Zu- statt Abneigung füreinander empfinden und ihre Gefühlswelt dadurch verrückt spielt, und so kommen sie sich näher.

Regisseur André Téchiné hat einen guten Film erschaffen, der in der Idylle einer Kleinstadt in schöner Landschaft das Thema Homosexualität und Coming Out mit vielen Facetten ganz reell behandelt, ohne Übertreibungen und Stereotypen. Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein und Corentin Fila spielen sehr glaubwürdig und verleihen zusätzliche Tiefe.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)