Manhattan Love Story



D: Jennifer Lopez, Ralph Fiennes, Natasha Richardson, R: Wayne Wang, 107 Min.

Ein armes Mädchen träumt davon, zu den angesehenen Damen zu gehören. Als sie sich wie eine Prinzessin kleidet, kommt ein schöner Prinz daher und verliebt sich in sie. Doch sie ist nicht reich und kann seinen Ansprüchen sicher nicht genügen - so rennt sie davon. Der Prinz sucht sie, allerdings nicht unter den Armen, und ist schon ganz verzweifelt. Um ihm Lebewohl zu sagen, verkleidet sich das Mädchen noch einmal, doch er will sie nicht gehen lassen - bis er die Wahrheit erfährt.

In derartig etwas umgeschriebener Form erkennt man sofort, worum es sich bei "Manhattan Love Story" handelt - um ein Märchen. Dieses wird nicht mit Adelsgeschlechtern und armer Magd interpretiert, sondern mit dem hübschen Hotel-Zimmermädchen Marisa (Jennifer Lopez) und dem angesehenen Politiker Christopher Marshall (Ralph Fiennes). Marisa lebt für ihren niedlichen Sohn, dessen Vater beide selten sehen - offensichtlich ist die Familie nicht mehr vereint. Tagsüber arbeitet sie in einem Nobelhotel, in dem sie Aufstiegschancen in Aussicht hat. Als eine Kollegin sie überredet, die Leihgarderobe der eingebildeten Schickse Caroline (Natasha Richardson) anzuprobieren, platzt Marshall herein und schleppt Marisa samt Sohnemann gleich mal in den Park zum Spazierengehen, trotz ständiger Pressepräsenz in seiner Nähe. Er verknallt sich auf Anhieb, und sie wagt es nicht, ihre wahre Identität preis zu geben. Als er sie später durch einen Hotelangestellten (Bob Hoskins) zum Essen einlädt, kommt zu seinem Entsetzen Caroline - unter ihrem Namen hatte sich Marisa vorgestellt, als sie sich erstmals in ihrer Suite trafen. Für Marisa ist die ganze Geschichte hoffnungslos, also zieht sie sich komplett zurück, während Marshall nach ihr zu suchen beginnt.

Wie man erahnen kann, bietet die Story nicht sehr viele Überraschungen in ihrem Verlauf, und so ist es auch mehr als unspannend, ob die Beiden zusammen kommen werden oder nicht. Trotzdem ist die Geschichte nicht schlecht gemacht, da sie auf platte Gags und großen Kitsch verzichtet. Die Romantik regiert, wenn auch stellenweise mit prasselndem Regen oder einem verzweifelt suchenden Fiennes etwas überzeichnet. Jenny Lopez spielt solide eine wie für sie geschneiderte Rolle, der Sohnemann ist ein niedlicher Fratz, Fiennes wirkt hingegen etwas unterfordert. Nette Abendunterhaltung ohne Tiefgang, die sicher eher die weiblichen Zuschauer ansprechen dürfte.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)