Mona Lisas Lächeln



D: Julia Roberts, Kirsten Dunst, Julia Stiles, R: Mike Newell, 115 Min.

Im Herbst 1953 kommt die 31-jährige Berkeley-Absolventin Katherine Watson (Julia Roberts) aus Kalifornien an das renommierte Wellesley-Mädchen-College in Massachusetts, um eine Stelle als Dozentin für Kunstgeschichte anzutreten - mit dem selbstgesetzten Ziel, etwas zu bewegen. Worauf sie trifft und offensichtlich nicht vorbereitet war, sind engstirnige Moral, erzkonservative Sitten und erstickende Konventionen. Die Schülerinnen zeigen sich als verschworene Gemeinschaft, deren Weg klar vorgezeichnet scheint: fleißige Schularbeit, guter Abschluss, Heirat, Hausfrauendasein. Für die korrekte Vorbereitung sorgt ein disziplinierter Ehe-Unterricht. Bereits in ihrer ersten Stunde als Dozentin wird Katherine klar, dass einiges anders läuft als im fernen Kalifornien. Dem Lehrplan folgend lässt sie Kunstwerke an die Wand projezieren, und offensichtlich haben die Schülerinnen den gesamten Lehrstoff im Vorfeld durchgearbeitet, können jedes Bild benennen und deuten, stellen sie hiermit bloß und genießen diesen Triumph offensichtlich. Die von ihren Mädels überzeugte College-Leiterin macht Katherine klar, sie müsse für mehr Disziplin im Hörsaal sorgen. Diese aber geht ihren eigenen Weg und rückt vom Lehrplan ab. Durch selbst ausgewählte Kunstwerke, die sie in Zukunft behandelt, möchte sie die jungen Mädchen zu unabhängigem Denken und zur Entfaltung ihrer individuellen Talente ermutigen. Hiermit eckt sie bei der Fakultät an, und die brutal ehrliche Schülerin Betty Warren (Kirsten Dunst) nutzt ihre Position als Schreiberin für die örtliche Zeitung mal wieder dazu, Aufsehen zu erregen. Als Betty kurz nach ihrer Hochzeit die Schule vernachlässigt, kommt es zum offenen Konflikt zwischen beiden. Als Katherine dann auch noch Bettys beste Freundin Joan Brandwyn (Julia Stiles) ermutigt, sich an der Yale Law School als Jura-Studentin zu bewerben, da man Karriere und Ehe durchaus vereinen könnte, kommt es zu neuen Schwierigkeiten - auch weil Katherine das von ihr gepredigte Frauenbild selbst nicht zu verwirklichen scheint. Lediglich die intelligente und rebellische Giselle Levy (Maggie Gyllenhaal) orientiert sich an den Ideen ihrer modernen und selbstbewussten Lehrerin. Doch als Katherine sich mit dem Mitdozentin Bill Dunbar (Dominic West) einlässt, mit dem Giselle ein Verhältnis hatte, ist auch dieser Frieden dahin...

"Mona Lisas Lächeln" ist ein gut gemachter Blick in eine Zeit, in der aus heutiger Sicht unvorstellbare Wertvorstellungen an Frauen vermittelt wurden. Julia Roberts, die immer seltener im Kino zu sehen ist, hat sich eine tolle Rolle ausgesucht und spielt die Katherine großartig. Hierbei lässt sie allerdings den starken Mitakteurinnen genug Platz, sich ebenfalls zu entfalten und ihr Können zu beweisen. Die Handlung ist auf ruhige, aber akzentuierte Weise sensibel und kurzweilig inszeniert worden, so dass der Film in jedem Fall zu empfehlen ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)