Prinzessin Mononoke

R: Hayao Miyazaki

Mit "Prinzessin Mononoke" kommt die erfolgreichste japanische Filmproduktion aller Zeiten in unsere Kinos - ein 135 Minuten langer Trickfilm.

Zeichentrick hat eine lange Tradition, und wen man auch fragt, der Name Disney wird mit Sicherheit als erstes genannt, wenn es darum geht, wer einem die besten Streifen dieser Gattung beschert. Ob "Susi und Strolch" und "Das Dschungelbuch" vor vielen Jahren oder aktuelle Filme wie "Ein Königreich für ein Lama" und "Tarzan" - was aus dem Hause Disney kommt, das wird ein Erfolg. Animierte Filme anderer Herkunft wie die "Feivel"-Geschichten, "Der Weg nach El Dorado" oder "Anastasia" mussten schon viel Werbung auffahren, um ebenfalls beachtet und dann positiv angenommen zu werden. Geheimtipps wie der letztjährige "Der Gigant aus dem All" hingegen haben ohne große Promotionkosten trotz guter Story keine Chance beim Kinogänger.

"Prinzessin Mononoke" ist in vieler Hinsicht anders. Herkunftsland des Filmes ist Japan, wo Hayao Miyazaki der König der Animationsfilme ist. 1997 bereits wurde "Mononoke Hime" dort gezeigt, für westliche Kulturen nun aber von Comicbuchautor Neil Gaiman erst noch einmal neu umgeschrieben. Disney-Richtlinien hat man sich nicht ergeben, gibt es doch keine Lieder und durchaus einige brutale Szenen zu sehen. Vor allem hat man mit über zwei Stunden eine Dauer erreicht, die manches Gör gut quengelig machen dürfte. Auch sonst sind Bewegungsabläufe und Aufmachung für unsere Augen leicht gewöhnungsbedürftig und neuartig - für seriengewöhnte Kiddies vielleicht weniger. Inhaltlich geht es um das Mädchen Mononoke, Spitzname San, die von der Waldgöttin Wölfin Moro im mittelalterlichen Japan zur tapferen Kriegerin erzogen wird, um die atemberaubend dargestellte Natur im Kampf gegen die Menschheit und die Industrialisierung zu retten.

"Prinzessin Mononoke" ist eine epische, mystische Erzählung mit bombastischen Bildern, wunderbaren Details, leicht kantigen Figuren, tollen Kampfszenen und mehr Realismus als bei Disney. Beeindruckend, aber doch eher für Erwachsene.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)