MEIN SCHATZ, UNSERE FAMILIE UND ICH
Darsteller:  Vince Vaughn, Reese Witherspoon, Robert Duvall, Jon Favreau
Regie:  Seth Gordon
Dauer:  90 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Weblink:  www.mein-schatz-unsere-familie-und-ich.de
 

Spätestens beim Betrachten des Originaltitels „Four Christmases“ weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Es ist wieder Weihnachtszeit, und die amerikanische Unterhaltungsindustrie wird uns auch dieses Jahr wieder mit allerhand leichten, der Jahreszeit angepassten Werken beglücken. Allerdings geben ihr die Einspielergebnisse absolut recht, denn im Zuge der Wirtschaftskrise und Rezession wollen die Amerikaner, fast vergleichbar mit den 30er Jahren, tatsächlich unbeschwerte Unterhaltung sehen und tun sich mit tiefgründigeren Produktionen, die sie ja an ihre schlimmen Alltagsprobleme erinnern könnten, deutlich schwerer.

Somit kommt dieser heitere Film hier natürlich wie gerufen, hat er doch außerdem mit Arbeits- und Finanzwelt gar nichts zu tun. Es geht um das schon lange Zeit glücklich zusammenlebende Paar Kate (Reese Witherspoon) und Brad (Vince Vaughn), das sich seit jeher zu Weihnachten vor nervigen Familienfesten drückt und die Feiertage nach Vorbringen ausgeklügelter Entschuldigungen lieber stressfrei an sonnigen Urlaubsorten verbringt. Dieses Jahr macht ihnen das Schicksal aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Nicht nur werden kurz vor ihrer Abreise alle Flüge wegen Nebels gestrichen, sondern sie werden am Flughafen auch noch gleich im perfekten Südsee-Outfit von einem Fernsehteam mit einer Live-Schaltung überrascht. Damit bricht ihr so einfallsreich ersponnenes Lügengebilde auf der Stelle zusammen, und sie werden noch am Schalter per Handy von ihren Familien für die Weihnachtsfeierlichkeiten verpflichtet. Da sowohl ihre als auch seine Eltern inzwischen getrennt leben, warten auf die beiden statt gemütlicher Tage am Strand jetzt vier Feste im lieben Familienkreis.

Was nun folgt, ist eine wilde Hatz durch die kleinen Peinlichkeiten der intimen Familienerlebnisse: Von prolligen Halbbrüdern über unangenehme Kindheitserinnerungen bis zu Eifersüchteleien unter Geschwistern bekommt man so ziemlich alles geboten, was einem gemeinhin den Spaß am Fest verderben kann. Das ist allerdings trotz allen Wirbels, oder vielleicht gerade deswegen, selten so komisch, wie es eigentlich sein soll und geht einem spätestens beim dritten Familienbesuch gewaltig auf die Nerven. Nur gut, dass der Steifen nicht nur auf billige Gags setzt, sondern tatsächlich mit der Beeinflussung von Kates und Brads ursprünglich harmonischer Beziehung durch die massive Konfrontation mit ihren Familien auch noch eine nachdenklichere Komponente besitzt. So bekommt man außer einer weihnachtlichen Portion Herzschmerz dann wirklich noch was zum Überlegen.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)