NACH 7 TAGEN - AUSGEFLITTERT
Darsteller:  Ben Stiller, Malin Akerman, Michelle Monaghan, Jerry Stiller
Regie:  Bobby Farrelly, Peter Farrelly
Dauer:  115 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/nach7tagenausgeflittert
 

Da sind sie wieder, die berüchtigten Farrelly-Brüder, die mit ihrem Stumpfsinn-Debüt „Dumm und Dümmer“ ans Licht der Öffentlichkeit traten und dann mit ihrer ersten Zusammenarbeit mit Ben Stiller bei „Verrückt nach Mary“ einschlugen wie eine Bombe. Und auch in ihrem neuesten Werk kann man sich wieder auf ihre spezielle Art von Humor verlassen, der zwar des Öfteren weit die Gürtellinie gesellschaftlicher Geschmackskonventionen unterschreitet, dabei aber größtenteils ein gewisses intellektuelles Niveau halten kann.

Ben Stiller verkörpert diesmal den langsam in die Jahre kommenden Junggesellen Eddie, der sich nach der Hochzeit seiner Ex – bei der er tragischerweise am „Junggesellen-Tisch“ mit lauter vorlauten Kindern platziert wird - einreden lässt, dass nun endlich er mal mit Heiraten an der Reihe wäre. Und wie es das Schicksal so will, verliebt er sich Hals über Kopf in die bildhübsche Zufallsbekanntschaft Lila (Malin Akerman) und zögert dann auch nicht lange, sie zum Altar zu führen.

Doch erste Zweifel an seinem Handeln kommen ihm schon auf der Fahrt in die Flitterwochen nach Mexiko, als aus dem eben noch süßen Mädchen auf dem Beifahrersitz wie auf Knopfdruck die übelste Nervensäge wird. In ihrem Domizil angekommen verstärkt sich dieses Gefühl auf eindrucksvolle Weise, denn das Drehbuch lässt wirklich kein gutes Haar an Lila – sie schnarcht nicht nur wegen ihres ehemaligen exzessiven Kokskonsums und stellt an ihn beim Sex geradezu hochleistungssportliche Ansprüche, nein neben allerlei anderen überaus unangenehmen Eigenschaften und durch einen selbstverschuldeten knackigen Sonnbrand entstellt, stellt sich auch noch heraus, dass sie nicht einmal über ein eigenes Einkommen verfügt. Derart von seiner übereilten Hochzeit ernüchtert, trifft er an der Bar auf die ebenso nette wie bodenständige Miranda (Michelle Monaghan), in deren Gesellschaft er sich deutlich wohler fühlt, die er aber über seinen Reisegrund im Unklaren lässt.

Jetzt beginnt das gute, alte verrückte Verwirrspiel à la „Verrückt nach Mary“, für das wohl niemand so geschaffen ist wie Ben Stiller, denn obwohl sein Verhalten während seiner Hochzeitsreise gelinde gesagt arschig ist, bleibt er immer der Sympath, dem die Umstände böse mitspielen. So folgt man belustigt seinen Versuchen, sich wieder aus der misslichen Situation zu befreien, die immer wieder durch gute Gags und Ideen aufgelockert werden. Nach anderthalb Stunden hat man dann zwar außer der Botschaft, dass man nicht überstürzt heiraten sollte, nichts gelernt, dafür aber eine Menge Spaß gehabt.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)