JOHN RAMBO
Darsteller:  Josh Brolin, Javier Bardem, Tommy Lee Jones
Regie:  Joel Coen, Ethan Coen
Dauer:  122 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/nocountryforoldmen
 

Da ist es nun, das neue Werk der Coen-Brüder, reichlich oscarpremiert, und so mit allerhand Vorschusslorbeeren bedacht. Und auf eines kann man sich bei der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Cormack McCarthy der beiden mit Sicherheit verlassen: man bekommt keinen Mainstream-Einheitsbrei serviert.

Das wird sehr schnell klar, denn Killer Chigurh ist offensichtlich kein Freund von Kompromissen. Beim Kapern eines Autos reicht ihm der simple Raub nicht aus. Nein, der Fahrer wird gleichgültig mittels eines Bolzenschussgeräts mit angeschlossener Druckluftflasche ins Jenseits befördert, als würde es besonderen Spaß bereiten. Überhaupt Chigurh - von Javier Bardem wunderbar debil gespielt, verkörpert er absolut durchgeknallt, mit genauso bescheuertem Prinz-Eisenherz-Haarschnitt wie Namen ausgestattet, das Böse dieser Welt. Mit ausdrucksloser Miene hinterlässt er eine Spur von Leichen, lässt sogar den Münzwurf über Leben und Tod entscheiden. Doch bei aller Gleichgültigkeit verliert er sein Ziel nie aus den Augen: Einen Koffer voller Geld an sich zu bringen.

Den hat sich dummerweise Llewelyn Moss (Josh Brolin) unter den Nagel gerissen, als er zufällig an den blutgetränkten Ort eines fehlgeschlagenen Drogendeals im Nirgendwo der texanischen Wüste gelangt. Deshalb hat er bald nicht nur die mexikanischen Gangster samt Kampfhunden auf den Fersen sondern, viel schlimmer, auch noch Chigurh. So entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel der beiden, das sich durch den ganzen Film ziehen soll und dabei trotz fast provozierender Langsamkeit mit enormer Spannung inszeniert ist.

Dorfsheriff Bell (Tommy Lee Jones), einem Mann, der in seinem Leben schon alles gesehen hat, bleibt dabei nur die Rolle dessen, der sein Bestes versucht, dem Bösen Einhalt zu gebieten, aber stets einen Moment zu spät kommt. Da hilft auch alle mit den Dienstjahren erworbene Erfahrung und Kombinationsgabe nichts, die nervenaufreibende Jagd nach dem Koffer fordert immer wieder auf brutalste Art und Weise ihre Opfer.

So sehr man auch mitfiebert, weil man auf die Dauer mit dem genauso blauäugig wie ahnungslos in Gefahr geratenen Llewelyn sympathisiert, so richtig will sich einem bei der vom menschlichen Terminator Chigurh ausgelösten Gewaltorgie der Sinn nicht so richtig erschließen. Es bleibt eigentlich nur die vom Sheriff beiläufig geäußerte Erkenntnis, die schon die Römer erlangten: O tempora, o mores!

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)