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Darsteller:  Nicolas Cage, Jessica Biel, Julianne Moore, Thomas Kretschmann
Regie:  Lee Tamahori
Dauer:  97 Minuten
Weblink:  movies.uip.de/next
 

Es ist schon eine nette Idee, jemand mit der Fähigkeit auszustatten, vorhersehen zu können, was in den nächsten zwei Minuten passieren wird. Genau damit arbeitet hier Tamahori in seinem Thriller überaus gekonnt.

Verfolgt man eingangs das private Schicksal Cris Johnsons (Nicolas Cage), den die Flucht vor den Erforschern und Ausnutzern seiner übernatürlichen Gabe in die Anonymität von Las Vegas verschlagen hat, wo er sich als Show-Magier und mit unauffälligen Spielgewinnen über Wasser hält, wächst sich dies sehr bald zu einer Angelegenheit nationalen Ausmaßes aus. Denn es hat mal wieder der Geheimdienst auf Johnson abgesehen, der seine Dienste dringend für die Vereitelung eines nuklearen Anschlags in L.A. benötigt. Doch gerade auf die Zusammenarbeit mit diesen Instanzen kann der aufgrund seiner Erfahrungen sehr gut verzichten und versucht sich dem natürlich möglichst zu entziehen.

Schon diese Flucht zeigt wunderbar, welch großes Potenzial in der Grundidee steckt und wie schön man damit spielen kann. Johnson nutzt nämlich seine Visionen geschickt dazu, immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen zu entkommen. Dabei springt Tamahori laufend überaus effektvoll zwischen Zukunftsvisionen und realem Geschehen hin und her und lässt einen ständig im Ungewissen darüber, was nun wirklich passiert. Komischerweise wirkt das aber nur anfangs irritierend und führt im weiteren Verlauf eher dazu, dass man immerzu hinterfragt und zweimal überlegt, was man nun glauben soll, so oft wird man in die Irre geführt.

Am schönsten gelingt dies in einer Szene, in der Johnson versucht, die Bekanntschaft der attraktiven Liz (Jessica Biel) in einem Café zu machen, und man dabei mit ihm erstmal alle unpassenden Handlungsalternativen samt ihrer zukünftigen Folgen durchspielt, bevor er eine wählt, die im Ergebnis bis auf ein paar Blessuren seinen Vorstellungen ganz gut entspricht. Doch mit laufender Filmdauer stellt sich auch hier ein gewisser Gewöhnungseffekt ein und der innovative Ebenenwechsel tritt ein wenig zu sehr in den Hintergrund des gewöhnlichen Wir-jagen-die-bösen-Terroristen-Plots, der auf den unvermeidbaren, actiongeladenen Showdown zusteuert.

Dennoch freut man sich nachher über spannende Unterhaltung mit Gedankenerweiterung, wenn auch vom philosophischen Standpunkt aus fragwürdig bleibt, ob man die Zukunft vorhersehen kann, die man im gleichen Moment durch sein Handeln verändert. Naja, wie war das noch mit der Henne und dem Ei?...

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)