Next Friday

D: Ice Cube, Mike Epps, John Witherspoon, R: Steve Carr, 93 Min.

Es gibt - um grob zu unterteilen - herausragende Filme, gute Filme, mittelprächtige Filme, schlechte Filme und absolut miese Filme. Zu letzteren gehört "Next Friday", bei dem der Rapmusiker Ice Cube nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch noch das Drehbuch geschrieben und produziert hat. Nun könnte man denken, dass er als Musiker sich vielleicht lieber vom Film fernhalten sollte, jedoch konnte er durchaus bereits Talent beweisen, ob als Schauspieler ("Boyz 'N The Hood", "The Player's Club") oder eben Produzent, Drehbuchautor und sogar Regisseur ("The Player's Club"). Sein neuestes Projekt jedoch ist eine Totalpleite. Die Handlung schließt an den Film "Friday" aus dem Jahr 1995 an, wo Craig (Ice Cube) damals, vor vier Jahren, den brutalen Debo (Tommy Lister Jr.) blutig geschlagen und ins Gefängnis gebracht hat. Dieser ist nun aus dem Knast geflohen, so dass Craigs Eltern einen angekündigten Racheakt befürchten. So bringt Papi (John Witherspoon) seinen Jungen aus dem Ghetto zu Onkel Elroy (Don Curry), seiner sexbesessenen Frau Suga (Kym E. Whitley) und deren Sohn Day-Day (Mike Epps) in eine Nobelgegend, schließlich haben die drei kürzlich erst im Lotto gewonnen und sich ein fettes Haus gekauft. Hier scheint Craig sicher, jedoch gibt es bald Zoff mit den Gangstern aus der Nachbarschaft. Zusätzlich haben die Neureichen all ihren Zaster bereits verpulvert und sind pleite, so dass die Pfändung des Hauses am folgenden Tag bevorsteht. Das ist natürlich nicht alles, was kann man sich noch für einen Stuss ausdenken? Ach ja: Day-Day ist ein ziemlicher Jammerlappen, der selbst vor Frauen kuscht - die Gangsterbrut nebenan hat nicht nur einen gefährlichen Kampfhund, sondern auch noch eine bezaubernd schöne Schwester, in die sich Craig verguckt - und der ausgebrochene Debo kreuzt natürlich auch noch auf. Wie spannend - gähn! Um es kurz zu machen: die Story ist ungefähr so interessant wie das Klingelschild eines Einfamilienhauses, gespickt mit Gags, die so witzig sind wie der Tod eines nahestehenden Verwandten. Eine wirkliche Frechheit, was einem hier 93 Minuten lang geboten wird (die einem vorkommen wie vier bittere Stunden). Das Beste am Film ist sicherlich der HipHop-Soundtrack mit einem neuen Song von N.W.A., ansonsten aber ist der Streifen einfach nur mordsmies, mit Humorversuchen auf dämlichstem Niveau. Hierüber könnte man nicht mal schmunzeln, wenn man so bekifft wäre wie es die Figuren im Film teilweise sind. Bitte, lieber Ice Cube, konzentriere dich doch lieber wieder auf die Musik und nicht auf solch einen Schwachsinn. Hätte nicht gedacht, dass der grottenschlechte "Ein Date zu dritt" so schnell noch unterboten wird...

Wertung: 0 von 10 Punkten

(Tobi)