One Hour Photo



D: Robin Williams, Connie Nielsen, Michael Vartan, R: Mark Romanek, 95 Min.

Seymour "Sy" Parrish (Robin Williams) führt ein einsames Leben. Tagsüber arbeitet der schüchterne und eigentlich nichtssagend aussehende Mann als Fotoentwickler in einem Kaufhaus, abends sitzt er alleine zuhause - und erfreut sich seiner Fotowand, die er aus Abzügen von fremden Fotos gemacht hat. Da er sich nach Freunden, vor allem aber einer familiären Bindung sehnt, hat es ihm vor allem eine Familie angetan, die zu seinen Stammkunden gehört. Nina Yorkin (Connie Nielsen) lebt mit ihrem Mann Will (Michael Vartan) und dem Sohn Jacob (Dylan Smith) ein anscheinend frohes, sorgenfreies Leben, in einem schönen Haus, mit viel Spaß - so sagen es die Fotos. Für sie ist Seymour der nette Mann vom Fotoshop, den sie "Sy, der Foto-Hai" nennen. Für Sy aber sind sie die ausgedachte Familie, in seinem Kopf spinnt er sich Momente zusammen, in denen er als Onkel an ihrem Leben teilnimmt. Als Sy eines tages Fotos einer hübschen Kundin entwickelt, sieht er darauf, dass Will ein Verhältnis zu der Frau hat. Sein Idealbild einer Familie ist zerstört - Sy dreht durch...

"One Hour Photo" ist ein toller Film, der relativ langweilig zu beginnen scheint, dann aber nach und nach tiefgründiger und spannender wird, bis er einen zum Schluss so richtig packt. Robin Williams, der den Spaß am Böse-Sein entdeckt zu haben scheint, spielt den Verlierer Sy großartig, sehr überzeugend. Ein Drama, das im Endeffekt durchaus nachdenklich macht, in mehreren Punkten, und das von Regisseur und Autor Mark Romanek, der ja nicht gerade zu den Erfahrenen gehört, sehr gut inszeniert ist. Wenn Sy durch unendlich scheinende Gänge des Kaufhauses läuft, dann saugt einen die Optik förmlich auf. Klasse!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)