OUIJA - URSPRUNG DES BÖSEN
Darsteller:  Annalise Basso, Elizabeth Reaser, Lulu Wilson, Henry Thomas
Regie:  Mike Flanagan
Dauer:  114 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  ouija-origin-of-evil-de.tumblr.com
 

Nachdem auch die werte Filmgemeinde vor zwei Jahren in Teil eins nähere Bekanntschaft mit dem von der amerikanischen Spielwarenfirma Hasbro so erfolgreich vermarkteten Ouija-Board machen durfte, gibt es jetzt dazu also die Fortsetzung respektive das Prequel, um genau zu sein. War es damals noch eine Gruppe neugieriger Teenies, die ahnungslos die Macht der Geister zu spüren bekam, ist es nun die Familie von Pauline (Annalise Basso), die nicht vom Hexenbrett lassen kann - eben jene Pauline, die Jahrzehnte später den Kids aus dem Vorgänger aus ihrem Irrenhaus noch mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.

Jetzt aber erstmal zurück in die ruhigen Sechziger, wo die Rasen der kalifornischen Vorortgemeinde noch penibel gestutzt und die Haare der Mädels unten akkurat gerollt sind. Wie passt es da ins Bild, dass die alleinerziehende Alice (Elizabeth Reaser) ihre zwei Töchter mit dem Angebot übernatürlicher Dienstleistungen - inklusive gezielt herbeigeführtem Tische- und Gläserrücken - zwar mehr schlecht als recht dafür aber weitgehend unbehelligt über Wasser hält? Wahrscheinlich wird die Kontaktaufnahme zu längst verstorbenen Angehörigen der Klientel allenthalben als therapeutischer Akt der Seelsorge wahrgenommen, und dem außergewöhnlichen Treiben der jungen Witwe deshalb die gesellschaftliche Absolution erteilt. Dann aber bringen die beiden Mädchen eines Tages das vermaledeite Hexenbrett ins Spiel, und die Dinge fangen an, gewaltig aus dem Ruder zu laufen.

Mit Mike Flanagan hat sich hier ein neuer Regisseur des Stoffes angenommen, der aber auf die Rückendeckung des altbewährten Produktionsteams rund um Horror-Ikone Michael Bay bauen kann und durchaus ein solides Unbehagen aufbaut. Einmal mit dem Brett gerufen, wird man - hier vornehmlich die kleine Doris (Lulu Wilson) auf der Suche nach einer Kontaktmöglichkeit zu ihrem kürzlich verstorbenen Vater - nämlich die Geister frei nach Goethes Zauberlehrling so schnell nicht wieder los. Das macht sich zunächst außer durch merkwürdiges Verhalten der niedlichen Kleinen nicht groß bemerkbar, wird aber spätestens dann ein Problem, als der Freund ihrer Schwester tot von der Decke baumelt.

Dass das Ganze nicht ausschließlich auf den gängigen soundunterstützten Schockeffekten basiert, sondern mal wieder der weit in der Vergangenheit angesiedelten Geistergeschichte ihres Hauses entspringt, ist zwar nichts sonderlich Neues, bringt aber tatsächlich so etwas wie Plausibilität in den Plot. Da mag man generell übernatürliche Phänomene noch so sehr für eingebildeten Hokus Pokus halten, die Folgen der Besessenheit der Töchter sind dann hier doch so eindrucksvoll in Szene gesetzt, dass der eine oder andere böse Schreckmoment nicht ausbleibt.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)