PARANORMAN
Animation
Regie:  Chris Butler, Sam Fell
Dauer:  93 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  movies.uip.de/paranorman
 

Da denkt man doch beim Thema Animationsfilm, man hätte schon alles gesehen. Gut, gerade von Disney-Pixar werden in Punkto technische Perfektion und liebevolle Ausarbeitung der Drehbücher immer wieder neue Maßstäbe gesetzt, was einen dann auch begeistern kann, doch richtige Aha-Erlebnisse sind Mangelware. Aber dafür liebt man ja schließlich das Kino so sehr, dass es einen immer wieder überraschen kann. Hier kommt doch tatsächlich der erste Zombiefilm in Form einer Animation daher und das ist wirklich innovativ, so dass man sich fragt, warum darauf noch niemand früher gekommen ist.

Der junge Norman besitzt die paranormale (s. Titel) Fähigkeit, die Geister Verstorbener zu sehen, „The Sixth Sense“ lässt grüßen. Da kann der Schulweg schon mal zu einem Gang durch die Gespensterbahn mutieren, und dass er damit nicht überall auf offene Ohren stößt, ist wohl auch klar. So ist er in der Schule der gemobbte Freak und sogar zuhause weiß man nicht, wie man mit seinen Dialogen mit der längst verstorbenen Oma umgehen soll. So bleibt ihm also eigentlich nur die Möglichkeit, seine Abnormität als Interessengebiet zu kultivieren, indem er sein Zimmer mit allen möglichen Monstergimmicks ausstaffiert.

Richtig dramatisch wird die Lage aber erst, als sein durchgeknallter Onkel ihn kurz nach seinem Ableben beauftragt, den Jahrhunderte alten Fluch über ihr Heimatörtchen zu bekämpfen, das regelmäßig von den toten damaligen Stadtoberen heimgesucht wird. Mit seinem einzigen Kumpel, dem ebenfalls drangsalierten, dicken Neil im Schlepptau macht er sich also daran, die nicht sehr ruhmreiche Vergangenheit ihres Städtchens aufzuarbeiten.

Das Regie-Duo Butler/Fell, das seine Hände auch schon bei namhaften Vorgänger-Produktionen wie „Flutsch und weg“ und „Despereaux – Der kleine Mäuseheld“ oder etwas artverwandter bei „Coraline“ und vor allem Tim Burtons „Corpse Bride“ im Spiel hatte, setzt hier ganz auf die Karte Grusel light, denn obwohl die Zombies schön schaurig klapperig daherkommen, sollen ja auch die Kinder nicht verschreckt werden, die immerhin die Zielgruppe bilden. Mit ihrer aufwändigen Stop-Motion-Technik und fantasievoll gezeichneten Charakteren gelingt dieser Balanceakt nahezu perfekt: Zahlreiche Anlehnungen an das Horrorgenre stellen gerade das erwachsene Klientel zufrieden, während die Handlung nicht allzu bösartig wird und nur den ganz Kleinen schon wegen der düsteren Grundstimmung zuviel des Guten sein dürfte. Schade nur, dass das ohnehin etwas überfrachtete Handlungsgeflecht zum Ende hin ein bisschen ins Sphärische abdriftet, auch wenn es extrem dem Bilderrausch dient.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)