Der Patriot

D: Mel Gibson, Heath Ledger, Jason Isaacs, R: Roland Emmerich, 159 Min.

Winnetou war es, James Bond ist es, viele sind es immer wieder - unverwundbar. Mel Gibson war es auch schon öfters, nun ist er wieder der Unbesiegbare, als "Der Patriot", in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Witwer hat Benjamin Martin (Mel Gibson), ehemals gefürchteter Kämpfer, der ein Großzahl Indianer im Alleingang zu ehemalig lebenden welchen gemacht hat, sich entschlossen, nicht wieder zu den Waffen zu greifen, um Amerikas Freiheit im Kampf gegen die Briten zu verteidigen. Ausschlaggebend hierfür sind seine sieben Kinder, um die er sich als Familienvater sorgt. Als sein ältester Sohn Gabriel (Heath Ledger) sich gegen seinen Willen zum Soldaten der Miliz meldet, zerbricht für ihn seine heile Welt. Noch mehr tut sie dies allerdings, als der Krieg immer näher an Benjamins Farm heran rückt und der fiese britische Colonel Tavington (Jason Isaacs) vor seinen Augen seinen zweitältesten Sohn erschießt. Entgegen aller Vorhaben schafft Benjamin seine restlichen fünf Kinder in Sicherheit, holt seine Waffen wieder aus der Kiste und beginnt zusammen mit Gabriel und einigen Männern als Guerillatrupp einen Rachefeldzug. Vergeltung und das Wohl Amerikas laufen hierbei nun Hand in Hand, und so wird Benjamin zum blutrünstigen, in Planungsdingen aber gewieften Patrioten, der das Publikum in amerikanischen Kinos sicher zu Begeisterungsstürmen hingerissen haben dürfte. Ist doch klar: Familienehre und Kampf für das Land werden hochgehalten, während die Briten als brutale Abschlachter hingestellt werden, und auch ein Franzose als netter Verbündeter, der ständig auf seine angekündigten Truppen wartet, etwas vertrottelt scheinend in den Kampf geht. Warum gerade ein deutscher Regisseur wie Emmerich hier einen ultraamerikanischen Film drehen musste, ist einer der Punkte, über die man diskutieren kann. Neben aufwendiger Umsetzung des Stoffes weiß vor allem eine gelungene Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere zu gefallen, und ein Schauspieler wie Jason Isaacs als Fiesling ist nur einer von mehreren, die optimal besetzt sind. Die Story hält sich nicht unbedingt an das Geschichtsbuch, und die Unverwundbarkeit - hier ist sie wieder - vermischt mit so viel Patriotismus und einigem Pathos sowie Schmalz geht einem schon ziemlich auf die Nerven. Kann man sehen, muss man nicht.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi)