DIE PINGUINE AUS MADAGASCAR
Animation
Regie:  Eric Darnell, Simon J. Smith
Dauer:  92 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.diepinguineausmadagascar-derfilm.de
 

Es ist die exemplarische Geschichte des Spin-Off: Nebencharaktere oder -episoden, die in Filmen begeistern und deswegen sogleich im nächsten Werk die Hauptrolle eingeräumt bekommen. Das haben wir schon so oft gesehen, nur funktionieren muss es deshalb in Spielfilmlänge noch lange nicht. Gleiches gilt selbstverständlich auch für unsere vier niedlichen Pinguine, die ja schon im ersten Teil von Madagascar als heimliche Helden die eigentlichen Abräumer waren. Und so bekamen sie auch bald, praktisch um bei reduziertem Produktionsaufwand erstmal ihre Protagonistentauglichkeit unter Beweis zu stellen, ihre eigene Fernsehserie. Diese läuft nun aber schon einige Zeit mit enormem Erfolg auf diversen Kanälen und gibt damit den Produzenten ausreichend Argumente für die lange Version an die Hand.

Jetzt treten Skipper, Kowalski, Rico und Private also an, um ganz groß und in 3D das Kino zu rocken. Und das tun sie tatsächlich von der ersten Sekunde an, wo sie mit einer gehörigen Portion Wortwitz versehen – im Deutschen wieder wundervoll interpretiert von den „Fantastischen Vier“ – gleich ohne Anlaufzeit im wahrsten Wortsinne in ihr neues Abenteuer schlittern. Dabei geht es für sie zunächst um nichts anderes als das nackte Überleben in der Antarktis, was sie aber schon bald in die Kooperation mit der Geheimorganisation „Nordwind“ treibt, schließlich sind sie als Spione ja zu Höherem berufen. Das besteht darin, dem fiesen Tintenfisch Dr. Octavius Brine das Handwerk zu legen, der den genauso ausgeklügelten wie verrückten Plan verfolgt, die Pinguine auf der Erde auszurotten.

Ursprung dieses durchgeknallten Unterfangens ist ein tiefes Trauma – so leicht ist als kleine Hommage der Bogen geschlagen zum Basiswerk Madagascar -, erlitten in nicht allzu ferner Vergangenheit: Einst die Attraktion des New Yorker Zoos, liefen dem Kraken bald die Pinguine als uneingeschränkte Stars den Rang ab und verurteilten ihn so zu einem Schattendasein, das er bis heute nicht verkraftet hat. Auf seinem Rachefeldzug hat er es aber plötzlich nicht nur mit unseren vier ausgeschlafenen Helden zu tun, sondern muss sich auch noch mit den Top-Agenten von „Nordwind“ herumschlagen, von denen die Pinguine unerwartete Unterstützung erhalten.

Die Vereitelung des höllischen Plans ist dabei vom Regie-Duo Darnell/Smith („Madagascar I-III“) wieder rasant inszeniert, das sich ja schließlich als Schöpfer der Hauptfiguren bezeichnen darf und diesen hier standesgemäß ein kurzweiliges Abenteuer auf den Leib geschneidert hat. Das Tempo, das sie ja letztens bei den beiden Nachfolgern von Madagascar ein wenig eingebüßt hatten, die mit der Schlagzahl des Erstlings dann doch nicht ganz mithalten konnten, nehmen sie jetzt gekonnt wieder auf. So hat der Film immer wieder nette Einfälle und witzige Dialoge inklusive cooler Sprüche der Pinguine zu bieten, die Dank liebevoller Synchronisation auch auf Deutsch funktionieren, und macht die anderthalb Stunden zu einem großen Vergnügen. Die Pinguine haben sich jedenfalls die Spielfilmlänge ohne Einschränkung verdient.



Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)