DER PLAN
Darsteller:  Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie, John Slattery
Regie:  George Nolfi
Dauer:  105 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  movies.uip.de/derplan
 

Es ist schon erstaunlich, was einem George Nolfi bei seinem Regiedebüt hier vorsetzt. Dabei sollte man doch eigentlich gewarnt sein, hat er doch als Drehbuchautor schon mit rasanten Plots aufhorchen lassen (u.a. „Das Bourne Ultimatum“). Und dass er mit Matt Damon in der Hauptrolle wieder den als Jason Bourne bewährten Actiondarsteller aufbieten kann, kann ja so verkehrt auch nicht sein.

Der verkörpert jetzt den aufstrebenden Kongressabgeordneten David Norris, den ein zum Skandal ausgewachsener Fauxpas die schon gewonnen geglaubte Gouverneurs-Wahl kostet. Die folgende merkwürdige Begegnung mit der hübschen Elise (Emily Blunt) auf dem Männerklo des Tagungszentrums am Wahlabend und die unter diesen Umständen kuriose Attraktion der beiden zueinander samt folgerichtigem Kuss begründen alsbald eine Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichte alter Prägung. Die allerdings ist spätestens bei ihrem zweiten zufälligen Zusammentreffen im Bus, nachdem sie sich im Wahltrubel aus den Augen verloren hatten, gerade wegen der spürbaren Unbeholfenheit überaus charmant inszeniert. Da ergattert er auch endlich ihre Telefonnummer, und die schöne Romanze nimmt ihren vorgzeichneten Lauf.

Weit gefehlt, denn kaum hat David den Bus verlassen und sein Büro betreten, stößt einen das Drehbuch gewaltig vor den Kopf und lässt einen für Momente gleichermaßen ratlos wie belustigt der Dinge harren, die da kommen mögen. So surreal kommt einem das Geschehen im Büro vor, dass eine Einordnung erstmal schwer fällt. Außer David bewegen sich nämlich ausschließlich dubiose Trenchcoat-Männer, während die gesamte Umgebung still steht. Nach sofort erfolgter Entführung durch die Bürotür in eine Parallelwelt (?!) reden die Jungs dann auch schon wild auf David ein und versuchen ihn mit moderatem Druck davon zu überzeugen, dass eine Beziehung zwischen ihm und Elise einfach unmöglich ist.

Der allerdings zeigt sich angesichts seiner intensiven Gefühle gänzlich uneinsichtig, und was dann auf seine Entlassung in die Realität folgt, ist ein actiongeladener Kampf Davids um seine Liebe zu Elise, der die Trenchcoat-Agenten alle zur Verfügung stehenden Knüppel zwischen die Beine werfen. Es löst sich bald die anfängliche Verwirrung und macht Platz für eine Mischung aus „Matrix“, „Bourne“-Trilogie und „Being John Malkovich“, die einen mitnimmt auf rasante Verfolgungsjagden mit netten Überraschungsmomenten, aber auch die ruhigen Töne zwischenmenschlicher Beziehungen und philosophischer Fragen nicht außer Acht lässt. Bei allem Betrachten von Vorbestimmung und deren Ausführung sieht man aber letztendlich ein spielfilmlanges Manifest für die Liebe, das einen mit seiner temporeichen und stimmigen Umsetzung absolut fesselt.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Mick)