Harry Potter und die Kammer des Schreckens



D: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma watson, R: Chris Columbus, 158 Min.

Da ist er wieder, der Held aller Kinder, Jugendlichen und ja auch Erwachsenen - Harry Potter. Nach dem Riesenerfolg der ersten Verfilmung folgt nun also der zweite Teil, natürlich "Harry Potter und die Kammer des Schreckens", der zweite Potter-Roman von Joanne K. Rowling.

Als vielleicht einziger hatte sich Harry (Daniel Radcliffe) nicht recht auf die Sommerferien gefreut - kein Wunder, er musste ja nach Hause in die Muggelwelt zu den Dursleys. Tante Petunia (Fiona Shaw) und Onkel Vernon (Richard Griffins) behandeln ihn nach wie vor mies, und Dudley (Harry Melling) ist wie immer unausstehlich. Als Vernon wichtigen Besuch erwartet, von dem er sich einen Auftag erhofft, soll Harry still im Zimmer bleiben. Plötzlich aber taucht Dobby auf, ein Haus-Elf, und warnt Harry, er dürfe nicht nach Hogwarts zurück kehren, da Furchtbares auf ihn warte. Da Harry sich weigert, ihm dies zu versprechen, richtet Dobby Chaos bei Vernon und seinen Gästen an. Die Folge: Harry wird eingesperrt, sein Fenster wird vergittert. Nach kurzer Zeit allerdings naht Rettung in Form von Ron Weasley (Rupert Grint), der Harry mit Hilfe zweier Brüder und eines fliegenden Autos befreit. Harry verbringt den Rest der Ferien bei den Weasleys und fühlt sich wohl. Die kleine Ginny (Bonnie Wright) bekommt vor Bewunderung in seiner Gegenwart zwar kaum ein Wort raus, alle anderen aber nehmen ihn sofort in ihren Kreis auf. Bei der Rückkehr nach Hogwarts gibt es Probleme, als Harry und Ron Bahnsteig 9 3/4 nicht erreichen, und so kommen sie nur mit dem fliegenden Wagen zurück in die Schule - und das nicht gerade sanft. Die erste Verwarnung ist ihnen hierdurch schon mal sicher, und es ist natürlich nicht die letzte.

In Hogwarts gibt es Neues. Der egozentrische Schönling Gilderoy Lockhart (Kenneth Branagh) ist neuer Lehrer in "Verteidigung gegen die dunklen Künste" und der nervige Erstklässler Colin Creevey (Hugh Mitchell) ist mit seinem Fotoapparat immer hinter Harry her. Einiges aber ist beim Alten gelieben: Draco Malfoy (Tom Felton) scheint Harry immer noch wie die Pest zu hassen (und ist jetzt auch noch neuer Quidditch-Sucher von Slytherin), Professor Snape (Alan Rickman) und Hausmeister Filch (David Bradley) sind Harry auch nicht wohl gesonnen, dafür hat er in Hagrid (Robbie Coltrane) und natürlich Hermine (Emma Watson) Freunde, und Schulleiter Professor Dumbledore (Richard Harris, der inzwischen leider verstorben ist) sowie Professorin McGonagall (Maggie Smith) mögen Harry offensichtlich auch.

Das Unheil beginnt, als Harry Stimmen hört, die andere nicht hören, und die ihm nichts Gutes sagen. Als klar wird, dass eine ominöse "Kammer des Schreckens" wieder geöffnet wurde, sind die Lehrer in Aufruhr - nicht umsonst, soll sich in der Kammer ein Monster befinden, welches kaum bezwingbar ist und vor zig Jahren schon einmal eine Schülerin tötete. Da nur der Erbe von Slytherin die Kammer öffnen kann, fragt sich jeder, wer dies sein könnte. Nachdem sich heraus stellt, dass Harry Schlangensprache sprechen kann, gerät er in Verdacht. Ist er es vielleicht wirklich? Oder Hagrid, der auch verdächtigt wird? Wenn nicht, wer ist es dann? Und kann das Monster besiegt werden, bevor es Opfer gibt???

Der zweite Teil der Harry Potter-Abenteuer wurde wie schon der Vorgänger wunderbar umgesetzt. Natürlich kann der Film trotz seiner mehr als zweieinhalb Stunden Länge nicht alle Details des tollen Buches von J. K. Rowling aufgreifen - Ginnys Schwärmerei für Harry wird weniger beleuchtet, ebenso der Konflikt der Familien Weasley und Malfoy, die maulende Myrte oder auch anfangs zuhause die Angst der Dursleys vor Harrys Zauberkünsten. Etwas verwunderlich ist die im Gegensatz zum Buch actionreich ausgeschmückte Flugreise mit dem Auto nach Hogwarts. Einige Elemente machen sehr viel Spaß: Lockharts Selbstdarstellung wird wunderbar witzig angerissen, Rons Schneckenspucken ist großartig ekelhaft, die Spinnen im Wald machen jedem Gruselschocker Ehre, und die Alraunen sowie der Heuler-Brief sind prima dargestellt. Insgesamt wieder ein klasse Streifen voller Spannung und Action, bei dem es mich fast wundert, dass er wieder ab 6 Jahren freigegeben ist, geht es doch stellenweise richtig zur Sache in Sachen Grusel. Man freut sich jetzt schon auf den dritten Teil.

Wertung: 9 von 10 Punkten

Sollte dich die Musik des Films von John Williams interessieren, so lies auch unsere Rezension des Soundtracks.

Offizielle Website zum Film: www.harrypotter.de.

(Tobi)