PUBLIC ENEMIES
Darsteller:  Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Stephen Graham
Regie:  Michael Mann
Dauer:  144 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/publicenemies
 

Nach geradezu epischen Werken des Krimi-Genres wie „Heat“ und seiner Kinoversion von „Miami Vice“ versetzt uns Michael Manns Gangster-Faszination nun in die frühen 30er Jahre, als John Dillinger mit seiner Bande sein Unwesen trieb und als Amerikas erster Staatsfeind die Bevölkerung in Atem hielt. Auf wahren Tatsachen beruhend zeichnet Mann die letzten Monate des volksnahen Verbrechers nach und lässt es dabei wieder so richtig krachen.

Schon anfangs bei Dillingers (Johnny Depp) Ausbruch aus dem Staatsgefängnis fliegen einem die Kugeln nur so um die Ohren, dass man sich wundern muss, wie aus diesem Kugelhagel überhaupt jemand unverletzt hervorgehen kann. Doch unser „Public Enemy“ kann und startet auch gleich die nächsten Raubzüge, bei denen er es immer auf Banken abgesehen hat, die ja in der Zeit der Depression geradezu verhasst waren. Dies begründete in Kombination mit seinem blendenden Aussehen und seinem charmanten Auftreten seine Popularität und machte ihn in kürzester Zeit zu einem Volkshelden. Wenn einer dieses Image hervorragend verkörpern kann, dann ist es Johnny Depp, und doch wird beim Aufbau unseres Helden ein bisschen zu dick aufgetragen, lässt er einem eingeschüchterten Kunden bei einem Banküberfall als beiläufige mildtätige Geste sein kleines Erspartes. Das alles wirkt dann doch genauso ziemlich aufgesetzt wie seine Beziehung zu Billie Frechette (Marion Cotillard), die er nach anfänglichem Widerstand geradezu vereinnahmt, doch nach dem überspringenden Funken sucht man vergebens.

Ebenso verhält es sich mit der Rivalität zwischen ihm und seinem großen Widersacher, dem vom damaligen FBI-Chef Hoover eingesetzten Ermittler Melvin Purvis (Christian Bale). Zwar ist das Anliegen durchaus erkennbar, durch die Besetzung mit zwei der renommiertesten Schauspieler diese Jagd zum großen Duell der beiden Persönlichkeiten zu machen, doch bleibt die Auseinandersetzung der beiden enttäuschend blutleer. Das hat man vor kurzem in Ridley Scotts „American Gangster“ schon viel besser gesehen. Bleibt also, sich auf die Präsentation der historischen Fakten zu konzentrieren, die einem zumindest einen kleinen Einblick in die Anfänge des FBI gibt, das zu jener Zeit gerade wegen John Dillinger einen entscheidenden Machtzuwachs erfuhr.

So reiht sich eine Verfolgungsjagd an die andere und bei der ganzen Ballerei kann schon mal der Blick fürs Wesentliche abhanden kommen, das ja eigentlich der vielschichtige Charakter Dillingers und sein Umgang mit seinen Mitmenschen ist. Das Hauptaugenmerk des Films liegt aber leider nur wieder auf den hübsch inszenierten Actionszenen, die die damalige Jagd auf Dillinger und seine Bande recht eindimensional und spannungsfrei wiedergeben.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)