JOHN RAMBO
Darsteller:  Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden, Graham McTavish
Regie:  Sylvester Stallone
Dauer:  90 Minuten
FSK:  freigegeben ab 18 Jahren
Weblink:  www.JohnRambo-derFilm.de
 

Soldaten prügeln wahllos auf wehrlose Zivilisten ein, treten mit ihren schweren Stiefeln den gefesselt am Boden Liegenden brutal gegen die Köpfe. Bilder, die einen erstmal ordentlich schlucken lassen. Und es sind auch noch offensichtlich Originalaufnahmen, die Sylvester Stallone zu der Eingangssequenz seines neuesten Rambo-Streifens montiert hat.

Nachdem er vor kurzem seinen anderen Filmhelden Rocky Balboa wiederbelebte, ist nun Vietnam-Veteran John Rambo dran, der hier wie schon in den drei vorangegangenen Teilen wieder seine Tauglichkeit als unzerstörbarer Einzelkämpfer beweisen darf. Aber diesmal ist es wirklich bedrückend, denn nie war der Realitätsbezug größer als in diesem Film.

Es geht um die Schreckensherrschaft des birmanischen Militärregimes und dessen Völkermord an den Karen im Grenzgebiet zu Thailand, die hier den Hintergrund für die Handlung bilden. Und damit wagt sich Stallone erstmals offensiv auf die Bühne der Regimekritik, waren die vorangegangenen Rambo-Einsätze – ob nun in Vietnam oder in Afghanistan - doch immer geprägt von einer gewissen Distanz zwischen fiktiver Handlung und historischem Kontext. Die gibt er hier bewusst auf, um auf die Menschenrechtsverletzungen der birmanischen Regierungstruppen hinzuweisen und erreicht in diesem Zusammenhang zumindest, das Image der sinnlosen Gewaltdarstellung, das der Figur Rambo nicht ganz zu Unrecht anhaftet, ein wenig abzustreifen.

Nach wie vor ist John Rambo (Sylvster Stallone) ein Einzelgänger, der sich nur um seine eigenen Angelegenheiten kümmert, die jetzt darin bestehen, sich in Thailand seinen Lebensunterhalt durch Bootstouren und den Verkauf von Giftschlangen zu verdienen. Doch als eine Gruppe humanitärer Helfer ihn und sein Boot für den Transport nach Birma mieten will, ist es damit zu dem Zeitpunkt vorbei, als er dem nachdrücklichen Hilfeersuchen der naiven Sarah (Julie Benz) entgegen seinen Prinzipien nachgibt. Zwar bringt er sie unbeschadet zu ihrem Zielort, hört aber schon kurze Zeit später, dass sie bei einem Angriff birmanischer Truppen auf das Karen-Dorf – hier geht es richtig zur Sache, die Gliedmaßen fliegen einem nur so um die Ohren – gefangengenommen wurden. So bleibt ihm, der sich trotz seiner Warnungen irgendwie für die Gruppe verantwortlich fühlt, nichts anderes übrig, als einen zur Befreiung angeheuerten Trupp amerikanischer Söldner zu begleiten.

Rambo ist wie sein Darsteller inzwischen in die Jahre gekommen, Stallone verleiht ihm eine Art sanfte Gleichgültigkeit, der der innere Groll früherer Jahre gewichen ist. Doch nach wie vor existiert in ihm ein extremes Unrechtsempfinden, das ihn diesmal zu seinem Feldzug gegen die birmanischen Militärs treibt, die hier wirklich wie die Tiere keine Sauerei auslassen. Was außer dem teilweise wirklich grenzwertigen Gemetzel bleibt, ist die aus Rambos ohnmächtigem Blick auf das Resultat der Mission lesbare Botschaft, dass man die böse Welt mit friedlicher Hilfe allein nicht ändern wird.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)