RAPUNZEL – NEU VERFÖHNT
Darsteller:  Animation
Regie:  Byron Howard, Nathan Greno
Dauer:  101 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.disney.de/rapunzel
 

Die Tradition des Disney-Weihnachtsfilms lebt also weiter. Folgte der Vorgänger „Küss den Frosch“ jedoch gewissermaßen dem Motto „Back to the roots“, indem er nach langer Zeit mal wieder komplett auf die Handarbeit der guten, alten Zeichentricktechnik setzte, bekommt man mit „Rapunzel – neu verföhnt“ das volle Programm der Animation nach dem letzten Stand der Technik geboten – 3-D-Version inklusive, versteht sich von selbst.

Dafür, dass hier rein technisch ein Sehvergnügen ganz besonderer Art wartet, bürgt allein schon Pixar-Urgestein John Lasseter (Regie bei „Toy Story“, „Toy Story 2“, „Das große Krabbeln“, „Cars“) als ausführender Produzent, der ja schon bei so ziemlich allen grandiosen Erfolgen der Animationsschmiede seine Finger mit im Spiel hatte und auch jetzt wieder beweist, dass er sein Handwerk nicht verlernt hat. Nicht nur erobern die liebevoll designten Charaktere unsere Herzen im Sturm – zugegeben, die beiden Hauptfiguren kommen vielleicht ein klein wenig zu glatt gebügelt daher – sondern es fliegen einem in den zahlreichen rasanten Actionszenen außer Rapunzels Haar auch noch diverse andere Dinge nur so um die Ohren. Als Ausgleich zu den etwas zu stromlinienförmig geratenen Rapunzel und Dieb Flynn punkten dafür aber die Gauner-Brüder Stabbington und vor allem Pferd Maximus und Running-Gag Chamäleon Pascal als stummer Komödiant auf der ganzen Linie.

Der ist nämlich Rapunzels einziger Freund in ihrem Turmzimmer, in dem ihre Stiefmutter sie – in Anlehnung an das zugrunde liegende Original-Märchen – seit frühester Kindheit wegsperrt. Eines Tages aber, ihr 18. Geburtstag ist nicht mehr fern, führt der Zufall den flüchtenden Dieb Flynn zu ihr in den Turm und baut ihrem über die Jahre gewachsenen Freiheitsdrang damit eine Brücke zur Außenwelt. Sind die beiden zunächst nur Partner des Deals konfisziertes Diebesgut gegen Führung durch die unbekannte neue Welt, so finden sie natürlich immer mehr zueinander, je mehr es der unbedarften Rapunzel gelingt, Flynns Fassade aufzubrechen und je mehr Abenteuer sie zusammen bestehen. Denn ihnen sind auf ihrem Weg zum jährlichen Lichterfest, das Rapunzel unbedingt besuchen möchte, nicht nur die Palastwachen und Flynns Gauner-Schergen sondern auch noch Rapunzels hinterhältige Stiefmutter auf den Fersen.

Die Story, die immer wieder dezent durch wohlkomponierte Gesangseinlagen untermalt wird, bietet so Vergnügen für Groß und Klein und hält neben der Entführungs- und der Herzschmerzgeschichte auf dem abenteuerlichen Weg der beiden auch für das anspruchsvollere Publikum immer wieder den einen oder anderen Moment des Schmunzelns bereit. Es ist also wieder ein nicht nur perfekt animiertes sondern auch rundum stimmiges Rührstück gelungen – es lebe der Disney-Weihnachtsfilm.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)