Rent A Man

D: Rob Schneider, William Forsythe, Arija Bareikis, R: Mike Mitchell, 88 Min.

Wenn man sich eine Komödie anschaut, die förmlich nach plattem Humor riecht, "Rent A Man" heißt und dazu den Untertitel "Der Mann für gewisse Sekunden" trägt, dann erwartet man nicht allzu viel. Liest man im Vorspann, dass Star-Komiker Adam Sandler einer von zwei ausführenden Produzenten ist, so bekommt man doch plötzlich Hoffnung, es mit anständigem Humor zu tun zu haben. Ich will ja nicht behaupten, dass die Sandler-Filme hochtrabenden Humor zu bieten haben, aber man kann stets gut lachen, und darauf kommt es letztendlich ja an, wenn man sich einen offensichtlichen Blödsinnsfilm zu Gemüte führt.
Die Geschichte von Deuce Bigolow (Rob Schneider) beginnt etwas lau. Als Aquarienreiniger ist er klasse, als Frauen-Anmacher eine absolute Null. Auch die Verkäuferin im Fischladen, die er jedesmal ganz unten aus dem Bottich schöpfen lässt, damit ihre Brüste durch das dann nasse T-Shirt schimmern, lässt ihn regelmäßig abblitzen. Seinen Job verliert er, als er seine Badehose vergisst und nackt vor Publikum in einem großen Aquarium taucht - was haben wir gelacht. Wie gesagt, der Anfang ist wenig witzig. Nach wenigen Minuten aber erfährt der Film eine Wandlung, wie auch das Leben von Deuce. Er lernt Antoine (Oded Fehr) kennen, der ihn bittet, sich um seinen unbezahlbaren, aber kranken chinesischen Löwenfisch zu kümmern, während er zu einem Termin nach Europa reist. Antoine hat alles, was Deuce begehrt: Frauen ohne Ende, einen schnittigen Sportwagen und ein tolles High Tech-Aquarium. Deuce bekommt die Auflage, das Auto nicht anzurühren und in keinem Fall ans Telefon zu gehen, schließlich arbeitet Antoine als Callboy.
Es kommt, wie es kommen muss. Deuce geht ans Telefon und wird schließlich mit Hilfe des Zuhälters T.J. Hicks (Eddie Griffin) zum Callboy, auch wenn er sich anfangs dagegen sträubt - er braucht das Geld, da er Antoines Aquarium zerstört hat und eine Rekonstruktion 6000 Dollar kostet. Auch wenn dies alles nicht viel weniger platt klingt, der Film wird richtig witzig. Wie Antoine anfangs mit seinen Fischen redet, wie Deuce die Extreme (an Höhe, Breite, Schreikraft oder sonstigen Abnormitäten) der Frauen kennenlernt und wie Detective Fowler (William Forsythe) einerseits den Callboy-Ring sprengen will, andererseits selbst große Sexualprobleme hat - einfach köstlich. Natürlich ist auch eine Herzensdame für Deuce dabei, die hübsche Kate (Arija Bareikis), deren Freundinnen Deuce bezahlt haben und die daher nichts von seinem Dasein als Gigolo weiß. So schliddert Deuce von einer komischen Situation in die nächste, immer wissend, dass Antoine bald zurückkehren wird und ihm wohl die Haut abzieht, wenn er seine Wohnung nicht so vorfindet, wie er sie verlassen hat.
"Rent A Man" steigert sich nach ödem Beginn schnell und wird zu einer erfrischenden, lustigen Komödie, in der Ex-Saturday Night Live-Star Rob Schneider als Deuce köstlich anzusehen ist und die nicht unbedingt überragende Story durch gute Ideen pfiffig umgesetzt wird. Wenn man nicht gerade anspruchsvolle Unterhaltung genießen möchte ist der Film sicherlich kein Fehler.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)