ROBIN HOOD
Darsteller:  Russell Crowe, Cate Blanchett, Max von Sydow
Regie:  Ridley Scott
Dauer:  148 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/robinhood
 

"Robin Hood" - na den kennen wir doch schon zur Genüge, den "König der Vagabunden", "Rächer der Enterbten" oder "König der Diebe", der im Mittelalter mit einem lustigen Trupp von Geächteten um Little John im Sherwood Forest lebt, sich schlag- und tatkräftig für soziale Gerechtigkeit einsetzt, in Maid Marian verliebt, jeden Schützenwettbewerb gewinnt und König Richard Löwenherz wieder zurück auf den Thron verhilft. Unzählige Male wurde dieser Legenden-Stoff verarbeitet, in Liedern, Büchern und eben auch schon sehr vielen Filmen. Sean Connery war Robin Hood, Kevin Costner, früher schon Errol Flynn - und nun schickt Ridley Scott seinen Gladiator Russel Crowe ins Rennen, um Robin Hood zu verkörpern.

Der nächste Schmachtfetzen und/oder die nächste Actionverfilmung einer allseits bekannten Handlung? Nein, das hätte Ridley Scott auch nicht gut zu Gesicht gestanden. Diese Verfilmung setzt früher an und zeigt, wie Robin Longstride zu dem wurde, den wir in ihm durch die vielen Überlieferungen sehen, der aber hier auch durchaus noch anders gezeichnet wird.

Als Kämpfer und Bogenschütze ist Robin Longstride für König Richard Löwenherz in Kreuzzügen aktiv - bis der übermütige Herrscher in Frankreich beim Erstürmen einer Burg getötet wird. Longstride kommt durch Zufall in Besitz der englische Krone und kehrt nach England zurück, um der Königsfamilie in London die schlechte Nachricht vom Tod des Königs zu überbringen - wobei er sich als Ritter ausgibt. Richards jüngerer Bruder John wird der neue König von England und für das englische Volk, welches sowieso schon für Richards kostspielige Kreuzzüge herhalten musste, brechen fortan noch härtere Zeiten an, will John es doch zum Aufbessern des Staatshaushalts noch ärger schröpfen, z.B. durch neu erhobene Steuern. Zudem regiert er mit Intrigen, und so steht bald das Land an sich auf dem Spiel, basteln die ins Boot geholten Franzosen doch bereits an einer Invasion per selbigem. Robin lernt Marian kennen und gibt sich auf Wunsch ihres Vaters als ihr Mann aus, damit nicht auch das Hab und Gut dieser Familie an den König fallen, ist ihr wirklicher Mann, ein Mitstreiter von Robin, doch auch in Frankreich verstorben. Durch die neue Situation wird Robin mehr und mehr zu dem, den man als "Robin Hood" kennt...

Die Vorgeschichte von Robin Hood wird ansprechend verabreicht - mit wohltuend gut portinierten und gefilmten Kampfszenen, die den Film weder zur Schlacht noch zum blutigen Gemetzel ausarten lassen. Vielmehr steht die Gemütslage Robins im Mittelpunkt, und die Atmosphäre des Mittelalters wird düster und beklemmend gezeichnet - wobei es ständig irgendwo und hiermit zu viel raucht oder nebelt, aber das macht sich halt gut auf der großen Leinwand. Crowe und Blanchett spielen solide, positiv stechen Max von Sydow und William Hurt hervor, während Oscar Isaac einen sehr unglaubwürdig diabolischen neuen König John verkörpert. Insgesamt kein Meisterwerk wie "Gladiator", aber doch ein Film, den man sich gut anschauen kann und der mal eine andere Seite von Robin Hood zeigt.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)