ROGUE ONE: A STAR WARS STORY
Darsteller:  Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn
Regie:  Gareth Edwards
Dauer:  134 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.StarWars.de
Facebook:  www.facebook.com/StarWars.de
 

Disney bewies letztes Jahr mit "Star Wars: Das Erwachen der Macht", dass die 2012 erfolgte Übernahme von George Lucas Filmfirma Lucasfilm dem Kult-Thema nicht geschadet hat - und zeigte, wie man die Vermarktung der Sternenkrieger in puncto Merchandising auf den Olymp treiben kann. Da wundert es nicht, dass man die Fans (und kaufwütigen Kids) nicht noch ein Jahr warten lässt, bis Episode VIII 2017 an den letztjährigen Erfolgsfilm anschließt, der mehr als neun Millionen Besucher in die Kinos lockte. Mit "Rogue One: A Star Wars Story" startet eine als "Anthology" bezeichnete Spin-Off-Reihe, die dem momentanen Stand nach drei Filme umfassen soll - wir denken uns mal ein unverbindliches "mindestens" dazu. Im Gegensatz zu den "Star Wars"-Episoden soll hier keine fortlaufende Handlung erzählt werden, sondern es werden einzelne Geschehnisse und Charaktere behandelt, in sich abgeschlossen.

"Rogue One: A Star Wars Story" spielt zeitlich zwischen den Episoden III und IV. Nachdem sie als Kind schon von ihrem Vater, dem Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen), getrennt wurde und ihre Mutter von Kriegern des Imperiums umgebracht wurde, wurde Jyn Erso (Felicity Jones) von Saw Gerrera (kennt man aus "The Clone Wars" - gespielt von Forest Whitaker) aufgezogen und zu einer Rebellen-Kriegerin geformt. Durch eine Botschaft ihres Vaters wird Jyn klar, dass dieser auf sie als letzte Hoffnung setzt, um die neue, alles vernichtende Superwaffe des Imperiums zu vernichten, den Todesstern - den Galen im Auftrag des Imperiums-Direktor Orson Krennic (Ben Mendelsohn) unter Zwang mitentwickeln musste. Zusammen mit einigen gerade erst beim Widerstand gegen die Imperiumstruppen kennen gelernten Rebellen wie Cassian Andor (Diego Luna), dem Blinden Kämpfer Chirrut Îmwe (Donnie Yen), Roboter K-2SO und einer kleinen Gruppe an Verbündeten macht sich Jyn auf in den Kampf.

Kampf - dieser steht in dem Spin-Off noch weit mehr im Mittelpunkt als in den "Star Wars"-Episoden. Ob in persönlichen Duellen, kleineren Verfolgungskämpfen oder einer großen Schlacht gegen Ende des Films, wo dann Weltall und Strand im Wechsel zur Kulisse werden - hier geht es zur Sache. Regisseur Gareth Edwards ("Godzilla") hat einen kurzweiligen Film erschaffen, der den meisten Fans gefallen wird. Die Bilder sind stark und nehmen einen vor allem in 3D auf der großen Leinwand mit mitten ins Geschehen. Es ist geschickt gelungen, einige Dinge aus den "Star Wars"-Filmen mit einfließen zu lassen - so taucht zum Beispiel auch Darth Vader auf - und doch mehr als nur ein Ableger zu sein, eine eigenständige, griffige Story zu erzählen. Die Besetzung ist durchweg gut, bietet sehr multikulturelle Rebellen auf und überrascht zudem mit der digital realisierten Wiederbelebung des 1994 verstorbenen Peter Cushing als Governor Tarkin, bekannt aus dem ersten "Star Wars"-Film (Episode IV). Einige Dialoge lassen einen schmunzeln - vor allem wenn Jyn und K-2SO aufeinander treffen, die sich anfangs nicht sonderlich mögen. Pompöse, dramatische Orchestermusik von Michael Giacchino untermalt das Ganze. Ein sehr solides Weltraumabenteuer, eben eine "Star Wars Story", bei der man sich aber jede Menge Mühe gegeben hat.



Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)