SAFE HOUSE
Darsteller:  Denzel Washington, Ryan Reynolds, Vera Farmiga, Sam Shepard
Regie:  Daniel Espinosa
Dauer:  115 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  safehouse-film.de
 

„Safe House“ – so bezeichnet der amerikanische Geheimdienst ein von ihm kontrolliertes Gebäude, das vor Eindringlingen von außen geschützt ist, und in dem ungestört von mobilen Teams angelieferte Zielpersonen verhört werden können. Das Hüten eines solchen Safe House kann also eine spannende Angelegenheit sein oder aber, wie im Falle von Matt Weston (Ryan Reynolds), sterbenslangweilig, hat er doch in dem ihm anvertrauten Gebäude in Kapstadt seit einem geschlagenen Jahr keine CIA-fremde Person gesehen.

Doch wie es immer so ist, brennt ganz plötzlich der Baum, als den Agenten mit Tobin Frost (Denzel Washington) ein dicker Fisch ins Netz geht. Der war früher selbst Mitglied im CIA-Club, hat sich aber nach seinem Ausscheiden eher durch meistbietendes Verschachern sensibler Informationen hervorgetan. Jetzt steht er also bei Matt im Verhörzimmer und hat auch noch eine ganze Armee im Schlepptau, die versucht, seiner habhaft zu werden. Das ist selbst dem chronisch gelangweilten Matt ein wenig zuviel der Abwechslung, denn sein Safe House erweist sich schon nach kurzer Zeit als alles andere als sicher.

Und schon kann sie losgehen, die wilde Fahrt. Was Daniel Espinosa hier inszeniert, ist spätestens mit dem Sturm auf Matts Safe House feinstes Actionkino und lässt einem praktisch im Minutentakt die Kugeln und Autos um die Ohren fliegen. Den beiden gelingt nämlich die Flucht, und es beginnt das bekannte Katz-und-Maus-Spiel. Nur ist nicht so ganz klar, wer hier eigentlich Katz ist. Zu diesem Rätselraten gesellt sich das feine Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, die ihren Figuren und ihrem Verhätnis zueinander gekonnt Leben einhauchen. Fühlt sich der mit allen Wassern gewaschene Frost anfangs dem unerfahrenen Jungspund haushoch überlegen und spielt deswegen seine Psychospielchen mit ihm, erwirbt der mit laufender Zeit immer mehr seinen Respekt. Diese Entwicklung verleiht dem Film durchaus Tiefgang, der in Kombination mit dem Spannungsaufbau absolut fesselt.

Dennoch steht hier natürlich alles im Schatten der atemberaubenden Actionszenen, in denen der inzwischen ja auch schon in die Jahre gekommene Washington agiert wie ein Junger und so auf ganzer Linie überzeugt. Das macht den Streifen zu einem spannenden Kinovergnügen und hebt ihn heraus aus der großen Menge anderer, handwerklich solider Actionreißer.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)