SAW V
Darsteller:  Costas Mandylor, Scott Patterson, Tobin Bell, Betsy Russell
Regie:  David Hackl
Dauer:  92 Minuten
FSK:  keine Jugendfreigabe
Weblink:  www.saw5.kinowelt.de
 

Es gibt kein Vorgeplänkel, denn wo „Saw“ draufsteht, ist auch diesmal wieder „Saw“ drin. Und so ist man gleich, sozusagen als Aperitif, mittendrin in der Bestrafung eines bedauernswerten Menschen mit dieser wirklich fiesen Folterapparatur. Dem wird nach wie immer vom Serienkiller „Jigsaw“ via Videobotschaft erfolgter Erklärung von dem mit jedem Durchschwung tiefer rückenden Messerpendel Stück für Stück der Bauch aufgesäbelt, bis er sich schließlich doch entschließt, lieber seine Hände in den Pressen zu opfern um das Pendel zu stoppen. Nur - das Pendel stoppt nicht!

Das macht einen dann doch ein wenig stutzig. Kann es die Vorrichtung in Sachen Brutalität locker mit den bekannten „Jigsaw“-Fallen aufnehmen, passt das finale Brechen der Spielregeln so gar nicht zum Kodex des immer auf Vergeltung abzielenden Killers. Und man soll Recht behalten, gehört die Anfangssequenz doch auch zu der Vielzahl von Rückblenden, die diesen nunmehr fünften Teil der Serie ausmachen. Das ist zwar einerseits recht verwirrend, sorgt aber andererseits dafür, dass man immer ordentlich Stoff zum Nachdenken geliefert bekommt. Langeweile kommt also nicht auf, wenn man der Haupthandlung folgt, die darin besteht, dass fünf junge Leute in komplexen, speziell für sie hergerichteten Räumen mit „Jigsaw“ um ihr Leben „spielen“. Wie sich nach und nach herausstellt, haben sie alle durch ihre Habgier Menschenleben auf dem Gewissen und können nun nach der „Jigsaw“-Philosophie für ihre Rehabilitation sorgen.

Dieser Überlebenskampf hat wieder einige, liebevoll erdachte Spielchen zu bieten, bei denen man teilweise schon vom Zuschauen Schmerzen bekommt und die noch dazu dafür sorgen, dass auch ihre psychologische Komponente nicht zu kurz kommt. Aber obendrein bekommt man immer wieder in Rückblenden Anhaltspunkte für die Entwicklung des Killers (Tobin Bell) geliefert, die so manche offene Frage beantworten helfen. So auch, wie es dazu kommen konnte, dass sich jetzt FBI-Agent Strahm (Scott Patterson) mit einer nicht abreißenden Mordserie konfrontiert sieht, obwohl „Jigsaw“ und seine frühere Gehilfin Amanda längst tot sind. Strahm findet sich zu guter Letzt bei seinen Ermittlungen selbst als Protagonist in einem mörderischen Spiel wieder, das er erstmal überstehen muss.

Auch dieser Teil ist wieder betont düster gehalten und drückt mit seiner depressiven Stimmung ganz schön aufs Gemüt. Aber Regisseur Hackl, der schon in den vorigen Teilen als Set-Designer maßgeblich an der Entwicklung der bösen Foltergeräte beteiligt war, ist offensichtlich krank genug, dass er sich auch diesmal wieder einige nette Fallen ausgedacht hat. So kommt die liebe Splatter-Gemeinde bestimmt auf ihre Kosten, und das auch noch eingebettet in eine intelligente Story. Schon fast Kultstatus erreicht hat dabei, wie „Jigsaw“ zu seinen Erläuterungen anhebt – „I wanna play a game.“.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)