SCOTT PILGRIM GEGEN DEN REST DER WELT
Regie:  Michael Cera, Mary Elizabeth Winstead, Kieran Kulkin, Alison Pill
Regie:  Edgar Wright
Dauer:  112 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  movies.uip.de/scott-pilgrim
 

Eigentlich weiß man schon, was einen erwartet, noch bevor der Film richtig angefangen hat. Da kommt der Universal-Trailer in schön pixeliger Oldschool-Computergrafik eingeschwebt, natürlich untermalt von der ebenso nostalgisch im 4-Stimmen-Sound generierten Fanfare – nette Idee und schonmal ein Grinsen im Gesicht des Betrachters. Was sich das Team um Regisseur Edgar Wright, der uns ja schon mit so herrlich schwarzen Komödien wie „Shaun of the Dead“ oder „Hot Fuzz“ erfreut hat, hier ausgedacht hat, sorgt aber dennoch zumindest erstmal für Verwirrung.

Da wird uns das Leben des titelgebenden 21-jährigen Bassisten (Michael Cera) einer Garagenband mit so ungewöhnlichen Schnitten vorgestellt, dass man nicht genau weiß, ob man sich ärgern oder freuen soll. Das Pendel schlägt aber recht bald zu Letzterem aus, denn immer wieder entsteht die Situationskomik weniger durch die ziemlich flach daherkommenden Dialoge als vielmehr durch den intelligenten Schnitt. So sind wir mitten in Scotts Dilemma, sein Schulmädchen-Groupie Knives (Ellen Wong) zugunsten seiner neuen Liebe Ramona Flowers (Mary Elizabeth Winstead) loswerden zu wollen, deren Herz er mehr und mehr erobert. Doch dass zwischen ihm und Ramona noch deren sieben furchterregende Ex-Lover stehen, die er im Duell besiegen muss, kann auch er nicht ahnen.

Dieser recht übersichtliche und eigentlich ziemlich hirnrissige Plot fährt komischerweise nicht gegen die Wand, und das ist einzig und allein dem innovativen Arrangement geschuldet, das diese Comic-Adaption in eine Mischung aus Realfilm, Comic und Computerspiel verwandelt, eingeblendete Gewinnsummen und Bonusleben inklusive. Dabei sind die zu überwindenden Gegner Bösewichte, wie sie sich Programmierer und Comiczeichner zusammen nicht besser ausdenken könnten. Das ist zwar teilweise bedrohlich nahe am Martial-Arts-Trash aber der Computerspielcharakter und die Tatsache, dass die Zweikämpfe immer wieder durch ein Augenzwinkern aufgelöst werden, bringen die Szenen ein ums andere Mal zu einem guten Ende.

Ob nun der Veganer-Kraftprotz mit tierischen Nahrungsmitteln bezwungen oder der Erfolg gegen die japanischen Elektromusik-Zwillinge in einer Rock-Battle erkämpft werden muss, das alles ist schön erdacht und durch die Einfälle der wirklich neuartigen Bildmontage überaus unterhaltsam. Da verzeiht man dann auch die als roter Faden dienende, sehr aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)