SIEGFRIED
Darsteller:  Tom Gerhardt, Dorkas Kiefer, Volker Büdts
Regie:  Sven Unterwaldt
Dauer:  93 Minuten
Weblink:  www.siegfried.film.de
 

Nachdem ihm diverse Comedians in den letzten zehn Jahren längst den ehemaligen vorderen Rang in der Riege der Spaßmacher abgelaufen haben, versucht sich Tom Gerhardt nach seinen Frühwerken "Voll normaaal" und "Ballermann 6" und einigen Nebenrollen ("Pura Vida Ibiza", "7 Zwerge", "Germanikus") mal wieder in der Hauptrolle eines Kinofilms. Zusammen mit Co-Autor Hermann Weigel hat sich Gerhardt die Niebelungen-Sage vorgenommen und erzählt sie auf ganz neue und natürlich erwartet schwachsinnige Art und Weise.

In einem Korb im Rhein treibend wird ein kleiner Junge vom Schmied Mime (Michael Brandner) gefunden, mitgenommen und dann auch aufgezogen. Das Ganze gestaltet sich jedoch etwas schwierig, denn der kleine Siegfried hat übernatürliche Kräfte und legt so manches in Schutt und Asche, verdirbt sich hiermit alle Sympathien bei den übrigen Dorfbewohnern. So sind sie nicht traurig, als der inzwischen erwachsene Siggi (Tom Gerhardt) die Heimat verlässt, um Kriemhild (Dorkas Kiefer) zu suchen, in die er sich im Wald verknallt hat. Auf dem Weg zu deren Burg begleitet ihn ein sprechendes Schweinchen - vielleicht ein Glücksbringer. Doch Siggi schlägt sich auch alleine mit seiner unbedarften und tollpatschigen Art gut durch und gelangt tatsächlich in die Burg, wo er erst in der Küche arbeitet, dann plötzlich durch Zufall gegen den stattlichen Ritter Hagen (Volker Büdts) um Kriemhild kämpft - und auch noch gewinnt. Doch diese will den blödsinnigen Blondschopf nicht heiraten, und ihr homosexueller Bruder Gunther (Jan Sosniak) schickt ihn auf die Suche nach den Ringen im Schatz der Niebelungen, der von einem bösen Drachen bewacht wird. Dies kann Siegfried nicht überleben - oder?

Der Film lebt mehr vom dominierenden rheinischen Dialekt als von seiner Handlung. Insgesamt ist diese mies, auch wenn es anfangs durchaus hier und da mal eine richtig witzige Szene zu belachen gibt. Es regiert jedoch der Schwachsinn, und selbst wenn man die vorher ja bewusst in Kauf genommen hat, so ärgert man sich doch vor allem über die letzte halbe Stunde, in der anscheinend die Ideen komplett ausgegangen sind, das Ganze auch nur irgendwie kurzweilig zu gestalten. Da hat man in der letzten Zeit weit bessere deutsche Komödien gesehen, ob quatschige wie "7 Zwerge" oder intelligente wie "Alles auf Zucker".

Wertung: 3 von 10 Punkten

(Tobi)