SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN
Darsteller:  Kristen Stewart, Chris Hemsworth, Charlize Theron, Sam Spruell
Regie:  Rupert Sanders
Dauer:  127 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  movies.uip.de/snowwhiteandthehuntsman
 

Hollywood scheinen so langsam die Stoffe auszugehen. Wie anders ist es zu erklären, dass immer wieder auf die guten, alten Märchen der Brüder Grimm zurückgegriffen wird? Und speziell dem schönen „Schneewittchen“ wird nun binnen kürzester Zeit zum zweiten Mal die Ehre einer US-Neuverfilmung zuteil.

Nachdem aber vor Kurzem Julia Roberts und Co. mit ihrer eher humoristischen Version grandios gescheitert sind, geht es Rupert Sanders bei seinem Kinodebüt sehr viel ernster an. Das altbekannte Vorbild wird hier geschickt abgewandelt, und so wird aus dem ursprünglichen Märchen im Handumdrehen eine Mischung aus Fantasy- und mittelalterlichem Kriegsfilm, „Der Herr der Ringe“ goes „Jeanne d’Arc“ sozusagen.

Prinzessin und Halbwaise Snow White (Kristen Stewart) wird durch Intervention ihrer neuen Stiefmutter Ravenna (super garstig: Charlize Theron) schnell zur Vollwaise, kann aber nach jahrelangem Verschluss im Turmverließ schließlich fliehen. Sie entkommt in den gefürchteten dunklen Wald, aus dem bisher nur einer wiedergekehrt ist: der Huntsman (Chris Hemsworth). Schnell überzeugt den die böse Königin mit sanftem Druck, sich zu verdingen und ihr Snow White wiederzubringen. Denn die ist laut Orakel des aufwändig animierten Spiegels – soviel Innovation muss dann selbst beim Grundgerüst der Handlung doch sein – die Einzige, die die Macht Ravennas gefährden kann, welche sich ansonsten anhand so einiger junger Mädchen ihre Jugend erhält.

Was dann im Wald aber geschieht, kann nach dem Geschmack der bösen Königin nicht sein: War Snow White eben noch allein auf der Flucht vor Ravennas üblen Schergen - allen voran ihr leicht debiler Bruder Finn (Sam Spruell), bildet sie bald allein durch ihre Überzeugungskraft mit dem Huntsman ein schlagkräftiges Gespann, das wie aus heiterem Himmel auch noch Unterstützung durch die sieben Zwerge erhält.

Das alles ist eigentlich von der abgehobenen Handlung her prädestiniert dafür, wahlweise in den triefenden Kitsch oder ins Lächerliche abzudriften. Aber trotz einiger Fantasy-Szenen im Märchenwald, die dann doch etwas zuviel des Guten sind und für reichlich Stirnrunzeln sorgen, gelingt es Sanders, nicht zuletzt durch beeindruckende Bilder, die sich zu einem düsteren Gesamtwerk zusammenfügen, ein stimmiges, durchaus unterhaltsames Action-Abenteuer zu inszenieren.

Wertung: 7 von 10 Punkten



(Mick)