STATE OF PLAY - STAND DER DINGE
Darsteller:  Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren
Regie:  Kevin MacDonald
Dauer:  132 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Weblink:  movies.uip.de/stateofplay
 

Die Affäre eines hochrangigen Politikers mit seiner jungen Mitarbeiterin, das ist schon oft vorgekommen und der Presse doch immer wieder eine Story wert. Schließlich sieht sie sich ja in der Pflicht, die Öffentlichkeit über die moralischen Verfehlungen ihrer Vertreter zu informieren, die Verkaufszahlen der nächsten Ausgabe immer im Auge. Dieser Aufklärungspflicht stellt sich hier in vorderster Front die ambitionierte Online-Journalistin Della (Rachel McAdams), die in der Geschichte ihre große Chance sieht. Dumm nur, dass ihre potenzielle Informationsquelle, Print-Kollege Cal McCaffrey (Russell Crowe), so gar nichts von ihrem Sensationsjournalismus hält und seinen alten Kumpel, den beschuldigten aufstrebenden Kongressabgeordneten Collins (Ben Affleck), erstmal beschützt, zumal der sich Hilfe suchend an ihn gewandt hat.

Doch schon seit der Anfangsszene, in der ein junger Mann kaltblütig ermordet wird, wissen wir, dass mehr hinter der Sache steckt. Und als auch Collins‘ Geliebte eines unnatürlichen Todes stirbt, wird aus dem Gesellschaftsdrama um die Zukunft der Zeitungsverlage ganz schnell ein Kriminalfilm. Dabei versteht es Regisseur Kevin MacDonald („Der letzte König von Schottland“) meisterhaft, aus dem zwischenmenschlichen Hin und Her der beiden Journalisten einen packenden Politthriller zu entwickeln, der einen wirklich inhaltlich beschäftigt. Denn nach den mysteriösen Todesfällen ziehen Della und der alte Hase Cal an einem Strang und bilden ein ideales Ermittlerduo ganz in der Tradition der „Unbestechlichen“ aus den 70ern. Dass sie dabei für den „Washington Globe“ arbeiten, kann wohl getrost als Reminiszenz an das „Watergate“-Politstück betrachtet werden, bei dem die „Washington Post“ den damaligen Präsidenten zu Fall brachte.

So stellt sich bald heraus, dass Della und Cal mit ihren Nachforschungen ins Zentrum einer Verschwörung geraten sind, bei der es um die Garantie der inneren Sicherheit und dafür vom Verteidigungsausschuss bereitgestellte Milliardensummen geht. Außer der gekonnt aufgebauten Spannung macht es dabei besonderes Vergnügen zu verfolgen, wie sich die anfangs so unterschiedlichen Charaktere der beiden Journalisten aneinander abarbeiten und schließlich doch im Sinne der gemeinsamen Sache zueinander finden, wie Old-School-Mann Cal nach und nach die Skepsis gegenüber seiner jugendlichen Kollegin und deren Medium ablegt und zugleich seinen Freund immer mehr in Frage stellt. Dass die Gefahren des Outsourcings staatlicher Kernaufgaben obendrein zum Nachdenken anregen, macht den Streifen zu gut zwei Stunden intelligenter Unterhaltung.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)