96 HOURS - TAKEN 3
Darsteller:  Liam Neeson, Forest Whitaker, Maggie Grace, Dougray Scott
Regie:  Olivier Megaton
Dauer:  109 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Website:  www.96hours-taken3.de
 

Auch „96 Hours“ geht nach den erfolgreichen Vorgängern also in die dritte Runde, und Produzent Luc Besson hat bei seiner Mitarbeit am Drehbuch tatsächlich wieder neue Wendungen der Geschichte hervorgezaubert. Nachdem der ehemalige CIA-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) in den ersten Teilen praktisch als One-Man-Army erstmal seine Tochter und dann sich selbst inklusive Ex-Frau aus den Fängen einer scheinbar übermächtigen, kosovarischen Menschenhändlerbande befreit hat, bekommt er es jetzt mit einem noch größeren Gegner zu tun: dem Staat.

Fast am noch frischen Tatort verhaftet – natürlich gerät er nur durch eine geschickt gestellte Falle in diese missliche Situation – muss er sich diesmal eines zugegebenermaßen auf erdrückenden Indizien beruhenden Mordvorwurfs erwehren. Beschuldigt, seine immer noch geliebte Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) umgebracht zu haben, gelingt ihm in letzter Sekunde die Flucht und es entspinnt sich daraufhin der spätestens seit Dr. Kimble bestens bekannte Verfolgungsplot, in dem ihm einzig seine Tochter Kim (Maggie Grace) zur Seite steht.

Aber Besson wäre nicht Besson, würde das alles so gemütlich ablaufen wie in der Fernsehserie aus den Sechzigern, und schließlich hat auch Regisseur Olivier Megaton („96 Hours – Taken 2“, „Colombiana“, „Transporter 3“) schon nachdrücklich unter Beweis gestellt, dass er es mächtig krachen lassen kann. Damit schießt er allerdings manchmal gewaltig übers Ziel hinaus und sorgt mit allzu nervöser Schnitttechnik zeitweilig für erhöhte Epilepsiegefahr. Das macht dann selbst die obligatorische, legendäre Besson-Autoverfolgungsjagd zur Nervenprobe, die ja sonst in puncto Klarheit und Rasanz regelmäßig alles andere in den Schatten stellt. Doch das ist allenfalls Jammern auf hohem Niveau, schließlich hat man es auch im dritten Teil der „96 Hours“-Reihe mit solidem Actionkino zu tun, das so manch handwerkliches Defizit verzeiht.

Noch dazu hält der aufgebaute Spannungsbogen gerade wegen der Konfrontation der beiden starken Charaktere Mills und seinem Gegenspieler auf Polizeiseite Dotzler (Forest Whitaker), die sich ein wunderbares Katz-und-Maus-Spiel liefern, jeder Belastungsprobe stand. So wird dank des stimmigen Drehbuchs und regelmäßig eingelegter Atempausen der große Krawall doch noch zu einer kurzweiligen Unterhaltung.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Mick)