Taking Lives



D: Angelina Jolie, Ethan Hawke, Kiefer Sutherland, R: D. J. Caruso, 100 Min.

"Taking Lives" startet fulminant: Ein unscheinbarer, verklemmter und scheinbar zielloser Teenager mit langen Haaren kauft sich ein Busticket - das Ziel ist ihm egal. Im Bus lernt er einen jungen Soldaten kennen, mit dem er sich in Folge einer Panne einen Wagen teilt. Bis zu einer Reifenpanne scheinen die Rollen klar verteilt - der eine cool, der andere langsam lockerer werdend. Dann stellt der langhaarige Kollege fest, dass der neue Freund in etwa seine Größe hat - und stößt ihn direkt vor ein vorbeifahrendes Auto.

Jahre später in Kanada. Eine Mutter ist sicher, ihren totgeglaubten Sohn auf einer Fähre wieder gesehen zu haben, und warnt die Polizei vor dem gefährlichen Jungen. Man glaubt ihr nicht. Gleichzeitig wurde eine Leiche bei Bauarbeiten entdeckt. Die FBI-Vorzeige-Agentin Illeana Scott (Angelina Jolie) kommt nach Montreal, um den Beamten des Morddezernats zu helfen, die Motive eines Serienmörders zu ergründen. Durch ihre detailverliebte Beobachtungsgabe und ihre Art, sich in Psychopathen hinein zu versetzen, kommt sie bald schon zum Schluss, dass der Täter es sich zum Hobby gemacht hat, immer wieder neue Identitäten anzunehmen - die seiner Opfer. Nach einem erneuten Mord wird John Costa (Ethan Hawke) verhört. Er war als erster am Tatort, versuchte noch, das Opfer wieder zu beleben, und er hat den Täter gesehen. Die kanadischen Kollegen trauen dem Zeugen nicht, und auch Agentin Scott ist skeptisch, lässt sich aber dann von einigen beobachteten Punkten überzeugen, dass John die Wahrheit sagt. Bald zeigt sich, dass der Mörder nun John zu jagen scheint, zu dem sich Scott hingezogen fühlt, was nicht ihrem eigenen Anspruch an Professionalität entspricht. Mit Johns Hilfe wird bald schon Kunstprofessor Hart (Kiefer Sutherland) als Täter entlarvt, der bei einer Verfolgungsjagd stirbt. Aber war er wirklich der Serienmörder?

"Taking Lives" ist ein solider Thriller, mehr aber dann auch nicht. Es wird offensichtlich versucht, mit Elementen der ganz großen Thriller in deren Riege vorzustoßen, was aber misslingt. Etwas zu wenig Substanz hat die Handlung dann doch. In puncto Schauspiel kann man hingegen ebenso wenig meckern wie in puncto Regie. D. J. Caruso setzt Bilder und Stimmungen geschickt ein, lässt so Spannung aufkommen. Wer nicht den ganz großen Thriller erwartet, der wird recht zufrieden aus dem Kino gehen.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)