Teuflisch

D: Brendan Fraser, Elizabeth Hurley, Frances O'Connor, R: Harold Ramis, 92 Min.

Bei "Teuflisch" handelt es sich um ein Remake eines Streifens aus den späten 60er-Jahren. Damals spielte Dudley Moore einen unattraktiven Koch, der sich in eine Frau so sehr verliebt, dass er seine Seele dem Teufel (Peter Cook) für sieben Wünsche überlassen will. In der Neuversion verkörpert Brendan Fraser den Verlierertypen Elliott, der in einem Call Center versucht, Anrufern technischen Support zu geben. Bei all seinen Kollegen ist er als anhängliche, immer nervende Labertasche verhasst, und sonstige Freunde hat er nicht, geschweige denn Frauengeschichten. Als er in einem Club auf Alison (Frances O'Connor) trifft, die ihm eine Abfuhr erteilt, erscheint der Teufel persönlich in Gestalt von Elizabeth Hurley, was durchaus eine reizvolle Gestalt ist. Leider bleibt Hurley in platter Erotik stecken und schafft es nicht, dem Bösen einen mystischen Touch zu geben. Wie dem auch sei, für sieben Wünsche verspricht Elliott ihr seine Seele. Natürlich dreht sich jeder dieser Wünsche nun darum, Alison herumzukriegen durch diverseste Wesenveränderungen - warum ein Wunsch hierzu nicht ausreicht? Weil die Teufelin jeden noch so gute Wunsch in Chaos und Kontraproduktivität umsetzt. Wünscht Elliott sich Reichtum, Macht und alison zur Ehefrau, so kommt er als kolumbianischer Drogenboss in einen Kugelhagel, während ihn Alison mit dem Sprachlehrer betrügt. Wünscht er sich, der romantischste und sensibelste Kerl der Welt zu sein, so verwandelt der Teufel ihn in einen schulbubenhaften, träumerischen Schlaffi, der beim Anblick des Sonnenuntergangs jedesmal losheult, bis ihn Alison verlässt. Die Umsetzung der verschiedenen Wünsche ist recht witzig gemacht, lebt aber fast nur von Brendan Frasers Schauspiel in aberwitzigen Aussehensformen. Frances O'Connor hat nur selten Gelegenheit, ihr Können zu zeigen, in der Kolumbien-Szene ist sie wenigstens mal mehr als das sensible Objekt der Begierde. Elizabeth Hurley bleibt wie gesagt eher blass, wie auch die Handlung mehr und mehr an Farbe verliert. Szenen wie die mit Fraser als hünenhaften Basketballstar mit unterdimensionalem Genital sind unlustig und dumm, scheinen dem niveaulosen Anspruch einiger Erfolgs-Teenie-Komödien der letzten Zeit hinterher zu rennen. Mit zunehmender Spielzeit bringen einen immer weniger Szenen wirklich zum Lachen, wobei Regisseur Harold Ramis einige Highlights des Originals lieber nicht hätte aussortieren sollen. Sehr mittelmäßig, dieses Remake.

Wertung: 4 von 10 Punkten

(Tobi)