Texas Chainsaw Massacre



D: Jessica Biel, Jonathan Tucker, Erica Leerhsen, R: Marcus Nispel, 100 Min.

1974 war es, als US-Regisseur Tobe Hooper mit "The Texas Chainsaw Massacre", in Deutschland als "Blutgericht in Texas" im Kino, sein erfolgreiches Debüt feierte. Angelehnt war die Story des Films an eine Reihe wahrer Ereignisse, jedoch bei weitem keine realistische Wiedergabe derselben. 30 Jahre später nun bringt der deutsche Regisseur Marcus Nispel als sein Debüt ein Remake des Films ins Kino. Die Story ist recht schnell erzählt. In einem Van sind im Sommer 1973 fünf junge Leute auf dem Weg aus Mexiko zurück nach Dallas, wo ein Konzert von Lynyrd Skynyrd auf sie wartet. Während Andy (Mike Vogel) und Pepper (Erica Leerhsen) begeisert ob ihrer Gefühle nach nicht einmal 19 Stunden Bekanntschaft wild knutschend hinten sitzen, klärt Morgan (Jonathan Tucker) sie freundlichst über die neuesten Statistiken zu Sexualkrankheiten auf. Vorne sitzt die hübsche Erin (Jessica Biel) und ist alles andere als begeistert, als sie erfährt, dass ihr Freund Kemper (Eric Balfour) und seine Kumpels in Mexiko 2 Pfund Marihuana gekauft haben. Als sie ein völlig verstört und eingeschüchtert herum laufendes Mädel treffen, wollen sie ihr helfen und nehmen sie mit. Leider faselt die Gute nur etwas von "Ich will nach Hause. Ich muss hier weg. Sie sind alle tot.", und mit der hoffnungsmachenden Ankündigung "Ihr werdet alle sterben" schiebt sie sich einen plötzlich hervor gezauberten Revolver in den Mund und schießt sich den Kopf weg. Völlig geschockt entscheiden sich die Fünf, die Polizei zu verständigen, nachdem Kemper die Drogen weg geworfen hat. In einer Tankstelle erfahren sie, dass sie den Sheriff in der alten Crawford-Mühle antreffen können, wo sie also hinfahren. Außer einem kleinen, dreckigen Jungen ist hier leider niemand anzutreffen, daher machen sich Erin und Kemper auf zu einem Haus auf dem Hügel, wo der Sheriff laut Aussage des Kleinen wohnt, während die anderen am Wagen warten. In dem einsam liegenden Haus aber finden beide keinen Gesetzeshüter, sondern nur einen alten Mann im Rollstuhl - und einen üblen, Kettensäge-schwingenden Massenmörder, der Kemper umbringt und auch die anderen auf der Opferliste stehen hat. Der Horror beginnt, denn auch der auftauchende Sheriff ist keine Hilfe, im Gegenteil...

Produzent Michael Bay hat bereits mit Filmen wie "Armageddon" oder "Pearl Harbor" Erfahrungen gesammelt, widmet sich nun also mal dem Horror-Genre. Der vielfach prämierte deutsche Werbespot- und Videoclip-Regisseur Marcus Nispel hat mit seiner Hilfe einen sehr anständigen Horrorfilm erschaffen, der durch seine Brutalität durchaus an die Nieren geht. Dies verwundert beinahe, wo er doch nicht viel Überraschendes zu bieten hat - junge Leute auf der Flucht vor einem Massenmörder, hübsche Mädels in engen Shirts, nicht anspringende Autos, hetzjagden im Regen ... alles schon gesehen. Trotzdem ist die Atmosphäre des Streifens sehr dicht und die Bilder sind düster und schonungslos, was Wirkung zeigt. Recht gut gelungenes Remake.

Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)