THE BOSS
Darsteller:  Melissa McCarthy, Kristen Bell, Peter Dinklage, Ella Anderson
Regie:  Ben Falcone
Dauer:  99 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.theboss-film.de
 

Da ist sie also wieder, unsere dralle Comedy-Queen Melissa McCarthy, die uns seit ihrem überraschenden Durchbruch im Mega-Erfolg „Brautalarm“ in gefühlt immer kürzer werdenden Abständen mit ihrem Mitwirken an neuen Produktionen beehrt. Das verläuft bisher nach immer gleichem Muster, kann sie doch schon allein durch ihre Physiognomie der Stereotypen-Schublade, in die sie eigentlich schon mit Beginn ihrer Karriere geworfen wurde, kaum entsteigen. Also akzeptiert sie den Fluch zugunsten des Segens und reitet die einträgliche Lustiges-Dickerchen-Welle bis zum Auslaufen gnadenlos aus.

So enttäuscht sie ihre Fangemeinde auch diesmal nicht und gibt mal wieder die dicke Ulknudel, deren größte Qualität zweifelsohne ihr derber, zotiger, ja bisweilen sogar gezielt unter die Gürtellinie zielender Humor ist – die FSK12-Freigabe will schließlich redlich verdient sein. Die von ihr verkörperte Michelle Darnell hat es nämlich dessen zum Trotz oder vielleicht sogar gerade deswegen zur millionenschweren Geschäftsfrau gebracht, für die die Welt ausschließlich aus Geld und dessen Vermehrung zu bestehen scheint. Dass das nicht der Fall ist, und ein wenig Respekt seinen Mitmenschen gegenüber nicht schaden kann, muss sie schmerzhaft lernen, als sie von ihrem Ex Renault (Peter Dinklage) wegen Insiderhandels verpfiffen wird und anschließend ins Gefängnis muss.

Nach verbüßter Haftstrafe steht sie scheinbar geläutert und völlig auf sich allein gestellt um Asyl ersuchend bei ihrer Ex-Assistentin Claire (Kristen Bell) und deren reizender Tochter Rachel (Ella Anderson) auf der Matte. Erstmal mitleidig aufgenommen im bescheidenen Stadt-Appartement birgt diese Situation alleine schon genügend Slapstick-Potenzial, das Regisseur Ben Falcone, der mit McCarthy ja schon in seinem Erstling „Tammy“ (2014) ein erfolgreiches Duo gebildet hat, auch keinesfalls ungenutzt lässt. Dass die toughe Businessfrau dann den Keksverkauf von Rachels Pfadfindertruppe zum Global Player aufbauen will mag man witzig finden, und für ein paar spontane Lacher ist der Streifen da tatsächlich gut, aber über die gesamte Spielfilmlänge trägt das sicherlich nicht. Es muss also noch eine geeignete Handlung her, die das komödiantische Talent unserer Hauptdarstellerin umrahmt und richtig zur Geltung bringt.

Spätestens da jedoch ist Schluss mit lustig, denn die zwischenmenschlichen Verwicklungen aller inklusive vermuteter Intrigen wirken nur allzu flüchtig und lieblos zusammengeschrieben, als dass dabei auch nur ansatzweise Gefühle glaubhaft transportiert werden könnten. So hangelt sich der Film eher von einer Slapstick-Nummer zur nächsten und verflacht bezüglich Emotions- und Gag-Niveau gleichermaßen mit jeder Minute mehr.



Wertung: 2 von 10 Punkten

(Mick)