Tiggers großes Abenteuer

Zeichentrick, R: Jun Falkenstein, 77 Min.

Den meisten von uns ist sicher der honigbesessene, gemütliche Winnie Puuh ein Begriff. Nach den berühmten Kinderbüchern von A.A. Milne, die schon in über 30 Sprachen übersetzt und weltweit rund 45 Millionen mal verkauft wurden, entstand nun ein neuer abendfüllender Zeichentrickfilm, der uns die Geschichten aus dem Hundert-Morgen-Wald erstmals seit 17 Jahren wieder auf die große Leinwand bringt. Diesmal dreht sich alles um Tigger, einen der vielen Freunde Winnie Puuhs.
Der vor Lebenslust und Energie strotzende, allerdings teilweise etwas sorglos agierende Tigger hüpft mal wieder munter durch den Wald und sucht einen Gefährten für seine Herumtollerei. Bis auf das kleine Känguruh-Kind Ruh mag allerdings niemand an Tiggers liebster Beschäftigung teilhaben, und so kommt Tigger die Idee, nach seiner Familie zu suchen, damit er endlich genug Partner zum Hüpfen hat. Die Frage ist nur, ob es diese Familie überhaupt gibt, und wenn ja, dann wo. Fasziniert von der Idee, eine Familie zu haben, schreibt Tigger eine Brief an seine Verwandten, die er auf einem getigerten Familien-Stammbaum lebend vermutet. Als auch nach Wochen noch keine Antwort eingetroffen ist und Tigger immer trauriger wird, da schreiben ihm die Freunde einen Brief, in dem sie sich als seine Familie ausgeben und ihm alles Gute wünschen. Tigger ist überglücklich und beginnt zur Überraschung aller voller Euphorie damit, alles für ein bestimmt bevorstehendes Familientreffen bei ihm herzurichten. Was nun? Sollen sie Tigger beichten, selbst den Brief verfasst zu haben? Falls nicht, wie rettet man ein Familienfest der Tigger ohne weitere Tigger? Winnie Puuh und seine Freunde müssen sich etwas einfallen lassen...
"Tiggers großes Abenteuer" ist ein netter, gelungener Zeichentrickfilm, der in allen Punkten zu gefallen weiß. Die Handlung ist gut, mal witzig, mal traurig, wobei die Figuren sehr schön ausgearbeitet sind. Der eher langsame, aber liebe Winnie Puuh, der träge trottende Esel I-Aah, die Känguruhdame Kanga mit ihrem kleinen, an Tigger hängenden Ruh, der erfinderische Hase Rabbit, das Ferkel, die Eule und natürlich Tigger selbst sind ein unschlagbares Team an Freunden, die zusammen halten. Die Dialoge sind lustig und auch die Stimmen der Hundert-Morgen-Wald-Bewohner fallen positiv auf, besonders die supertiefe von I-Aah, die einem alleine vom Klang her schon oft ein Schmunzeln abringt. Hinzu kommen sechs neue Lieder der beiden Sherman-Brüder, die schon bei bekannten Disney-Filmen ("Das Dschungelbuch", "Mary Poppins") ihr Können unter Beweis gestellt haben und auch schon zwei Mal mit dem Oscar ausgezeichnet wurden. Hier haben sie, nach fast 30 Jahren Disney-Arbeits-Pause, wieder gute Arbeit geleistet, und wenn beispielsweise Winnie Puuh die Bienen in den Schlaf singt, um an den leckeren Honig zu gelangen, so macht dies einfach Spaß. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass der Film rasant und witzig gezeichnet ist, so dass niemals Langeweile aufkommt, im Gegenteil, man hat viel Freude, ob man nun Kind ist oder Erwachsener.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi)