TÖDLICHER ANRUF
Darsteller:  Shannyn Sossamon, Ed Burns, Ana Claudia Talancon, Ray Wise
Regie:  Eric Valette
Dauer:  87 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Weblink:  www.toedlicher-anruf.de
 

Als hätte man es nicht schon dutzendfach gesehen, kommt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder ein US-College-Studenten-Horrorthriller in die Kinos, so dass sich eigentlich schon ein eigenes Genre gebildet hat. Einen Film dieser Kategorie zuzuordnen, heißt jedoch fast schon, ihm jegliche Qualität abzusprechen, zu selten konnte man diesen Streifen in der Vergangenheit das Prädikat „besonders wertvoll“ verleihen. Dazu kam es in letzter Zeit vermehrt zu amerikanischen Neuverfilmungen japanischer Erfolgsfilme („The Ring“, „The Grudge“, etc.), die dem zunehmend verflachenden Genre mit den adaptierten Stoffen zumindest die in der japanischen Kultur fest verwurzelte Horrortradition mit ihren fantasievollen Geschichten zur Seite stellten. Genauso verhält es sich mit „Tödlicher Anruf“, denn er ist ein Remake des schon erfolgreich in Japan verfilmten Romans von Yasushi Akimoto, und somit kann eine gewisse Komplexität der Story schon vorausgesetzt werden.

Und es fängt auch alles recht vielversprechend an: Es gibt eine Reihe mysteriöser Todesfälle junger Menschen, die alle exakt drei Tage vor ihrem Ableben Anrufe auf ihrer Handy-Mailbox erhalten, die die akustische Szenerie ihres Todes wiedergeben. Das ist ja schon eine ganz nette Idee und verfehlt in Verbindung mit dem markanten Klingelton seine Wirkung nicht, als nach Taylor (Ana Claudia Talancon), der besten Freundin von Protagonistin Beth (Shannyn Sossamon), auch noch Beth selbst einen dieser Anrufe in Abwesenheit erhält. Aber so schön der Einfall der selbst mitangehörten eigenen Todessequenzen ist – von Anlehnungen an „The Ring“ und „Final Destination“ mal abgesehen, und so neugierig man den Versuchen folgt, das Unglück doch irgendwie abzuwenden, so sehr verstrickt sich der Film im weiteren Verlauf in der konstruierten, undurchsichtigen Vergangenheit der Anrufe. Der kommen nämlich nach und nach Beth und Polizist Jack (Ed Burns) – als Einziger die Zurechnungsfähigkeit Beths nicht anzweifelnd, weil er selbst vor kurzem seine Schwester unter merkwürdigen Umständen verloren hat – auf die Spur, je mehr sie nach Parallelen der Todesfälle suchen. Je näher Beths angekündigter Tod rückt, desto mehr verliert sich so der Plot ins nebulöse Geisterfach und hinterlässt in Verbindung mit den recht blassen Darstellern einen verwässerten Eindruck. Da reißt dann auch der Versuch einer logischen Erklärung mitsamt dramatisch inszeniertem Showdown nicht mehr viel raus.

Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)