Troja



D: Brad Pitt, Orlando Bloom, Eric Bana, R: Wolfgang Petersen, 162 Min.

Nachdem die rivalisierenden Troja und Sparta sich auf ein Ende des Blutvergießens geeinigt haben, gerät dieser kaum begonnene Frieden sofort wieder ins Wanken, nachdem Paris (Orlando Bloom), seines Zeichens junger Prinz von Troja, bei der Heimfahrt die schöne Helena (Diane Kruger) im Gepäck hat. Diese wiederum ist die Frau von Menelaos (Brendan Gleeson), dem König von Sparta, und auch wenn sie Paris freiwillig aus Liebe begleitet, so lässt Menelaos diese Schmach natürlich nicht auf sich sitzen. Zusammen mit seinem Bruder Agamemnon (Brian Cox), dem mächtigen König von Mykene, rufen sie die starken Stämme Griechenlands zusammen, um Helena zurück zu holen und so die Ehre zu retten. Agamemnon kommt dies alles gar nicht ungelegen, schreit seine Habgier doch sowieso danach, Troja zu unterwerfen, um die Ägäis unter seine Kontrolle zu bekommen und so die Vorherrschaft seines bereits riesigen Reiches zu sichern. In Troja ahnt man unterdessen natürlich, dass ein Angriff bevor steht, und wirklich glücklich sind König Priamos (Peter O'Toole) und Paris weitaus klügerer und tapfererer Bruder Hektor (Eric Bana) hierüber nicht. Lediglich aus Liebe zu Paris und Sympathie zu Helena dulden sie ihren Verbleib. Man hofft, dass die bislang unbezwungenen Mauern von Troja auch diesmal standhalten werden, auch wenn man weiß, dass man zahlenmäßig klar unterlegen ist. Menelaos und Agamemnon landen zudem nicht nur mit einer kaum überschaubaren Flotte an Schiffen und dementsprechend Kriegern am Stand nahe Troja, sondern auch mit dem stärksten Kämpfer seiner Zeit - Achilles (Brad Pitt). Dieser ist mit seinem Trupp an Kampfgenossen kaum zu besiegen, aber andererseits auch alles andere als ein Freund von Menelaos und Agamemnon. Achilles ist nur gekommen, weil Odysseus ihn als Freund hierum gebeten hat und um sich selbst ein Denkmal zu setzen, nicht um für ein Land zu siegen. So kommt es dann auch dazu, dass er nach einem ersten Beweis von Stärke direkt bei der Landankunft in Arroganz und Bockigkeit entscheidet, lieber in seinem Zelt am Strand zu bleiben, anstatt mit den anderen gegen Troja zu kämpfen. Die Ereignisse überschlagen sich, als Paris sich in einem Mann-zu-Mann Kampf gegen Menelaos als klägliches Häufchen Elend erweist und nur ein hinterhältiges Eingreifen von Hektor ihn überhaupt noch rettet. In wilder Empörung wird Troja angegriffen, allerdings ohne besonderen Plan, so dass die Mauern der Stadt bei diesem ersten Gemetzel nicht ins Wanken geraten und Agamemnon den Rückzug anordnen muss. Es ist klar, dass dies keine Aufgabe bedeutet, und als auch noch Achilles nach dem eher unglücklichen Tod seines besten Freundes in das Geschehen eingreift, ist alles wieder offen...

Wolfgang Petersen hat mit "Troja" großes Kino erschaffen, das in seiner epischen Länge und Bilderpracht auf der Leinwand wundervoll wirkt. Die Story ist von den Anfängen bis hin zum legendären trojanischen Pferd sehr gut umgesetzt, die Charaktere sind toll besetzt, die Spezialeffekte verfehlen ihre Wirkung nicht - und die Frauen freuen sich über einen muskulösen Brad Pitt im Lendenschurz. Die Massenszenen sind ebenso toll inszeniert wie die Einzelkämpfe, und die Romanzen spielen zwar wichtige, aber mehr zum eigentlichen Kriegsgeschehen leitende Rollen. Lediglich die deutsche Synchronstimme der Helena ist mies, und dass Brad Pitt statt seiner Stimme von Petersen plötzlich die von Nicolas Cage gewohnte hat, fällt auch auf, und dies nicht positiv, ist Martin Kessler für Cage mit seiner coolen Prägung doch optimal, nicht aber für Pitt. Einem gelungenen Kinoabend tut dies aber keinen Abbruch.

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)