UNBROKEN
Darsteller:  Jack O'Connell, Takamasa Ishihara, Domhnall Gleeson, Garrett Hedlund
Regie:  Angelina Jolie
Dauer:  137 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.unbroken-film.de
 

Ob es Angelina Jolie in Zukunft eher hinter als vor die Kamera treibt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls bringt sie passend zu den aufgekommenen Spekulationen darüber, die sie im Rahmen ihres zum Filmstart obligatorischen Pressemarathons nicht gerade unterdrückt hat, ihre dritte Regiearbeit in die Kinos. Und das sorgt natürlich bei der werten Film-Fangemeinde schon wegen des Namens für ganz besondere Aufmerksamkeit.

Sie nimmt sich hier der Verfilmung der Biografie des amerikanischen Olympia-Läufers und späteren Kriegshelden Louis Zamperini (Jack O'Conell) an, dessen im zweiten Weltkrieg erlittenes Schicksal fast schon legendär geworden ist. Noch bei den Spielen in Berlin 1936 beinahe Medaillengewinner, überlebt der wenige Jahre später den Absturz seines Bombers während eines Sucheinsatzes über dem Pazifik. So weit so spektakulär, aber was nach wundersam überstandener Notwasserung folgt, stellt dann nochmal alles in den Schatten: Nicht nur überlebt er zusammen mit seinem Leidensgenossen, Pilot Phil (Domnhall Gleeson) 47 Tage im Rettungsfloß auf dem offenen Meer treibend inklusive japanischem Feindbeschuss, nein, er widersteht anschließend auch noch allen noch so unmenschlichen Repressalien im japanischen Kriegsgefangenenlager.

Diese Geschichte ist tatsächlich denkwürdig und gibt für sich genommen schon einiges her, aber damit erschöpft sich dann auch schon Jolies inszenatorische Schaffenskraft, die sich doch mehr oder weniger auf das bloße Abfilmen der Ereignisse beschränkt. Zugegeben, das ist handwerklich grundsolide gemacht und in Anbetracht der so außergewöhnlichen, damaligen Geschehnisse durchaus packend – allein die Vorstellung des drohenden Todes als ständigen Begleiter beim aussichtslosen, monatelangen Treiben auf dem Meer gibt einem schon ein ungutes Gefühl – aber die Charaktere bleiben dabei merkwürdig flach. So sieht man der gesamten zweiten Hälfte des Streifens, die die Beziehung des sadistischen Lagerkommandanten Watanabe (Takamasa Ishihara) zum unbeugsamen Zamperini in den Mittelpunkt rückt, aus unüberwindbarer Distanz zu und ärgert sich angesichts unweigerlich ins Gedächtnis schießender, ähnlich angelegter Referenzwerke („Die Brücke am Kwai“, 1958, „Papillon“, 1973) über die nicht zuletzt vom Drehbuch der Coen-Brüder vertanen Möglichkeiten.

Vielleicht geht man ja bei derartigen Vergleichen mit der namhaften Regisseurin zu hart ins Gericht, aber letztendlich bleibt man emotional weitgehend außen vor, und trotz sensationeller Basis lässt die Handlung die sonst so innovative und experimentelle Handschrift der Coens komplett vermissen. So ist es auch kein Wunder, dass einem der Film dann hinten raus doch reichlich lang vorkommt.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)