Unzertrennlich



D: Matt Damon, Greg Kinnear, Cher, R: Bobby & Peter Farrelly, 115 Min.

Sieht man die Vorschau von "Unzertrennlich", so erwartet man viel Klamauk - diesen findet man im Film allerdings wohltuend portioniert. Die gnadenlosen Farelly-Brüder haben sich mal wieder einem auf den ersten Blick für eine Komödie fragwürdigen Thema gewidmet - diesmal geht es um siamesische Zwillinge. Matt Damon spielt Bob, der an der Hüfte mit seinem Bruder Walt (Greg Kinnear) verwachsen ist. An eine Trennung haben beide zwar schon einige Male gedacht, jedoch sind Walts Überlebenschancen nicht sehr hoch, da Bob die Leber fast komplett bei sich trägt. So haben die beiden über die Jahre perfekt gelernt, mit ihrem Schicksal zurecht zu kommen. Sie treiben zusammen Sport wie Baseball, Eishockey oder Boxen, haben aber auch ihre eigenen Hobbies. Walt ist Schauspieler, Bob der Chef eines Burger-Restaurants in ihrer Kleinstadt Martha's Vineyard, in dem beide im Akkord die Kunden mit Fast Food versorgen. Als Walt von Hollywood träumt, will ihn Bob nicht desillusionieren, und so fahren beide nach Los Angeles. Dort angekommen, findet Walt im alten, kauzigen Morty O'Reilly (Seymour Cassel) einen Agenten, vermittelt von der hübschen April (Eva Mendes), ihrer Appartment-Nachbarin. Morty beschafft Walt eine erste Rolle, allerdings in einem Pornofilm, wie sich heraus stellt - das ist es nicht, was er sich vorgestellt hat, und so fliehen Bob und er vom Set. Als sie die zickige, als Schauspielerin nicht mehr gefragte Cher (Cher) treffen, sieht diese in Walt eine Chance, aus dem Vertrag ihrer neuen Serie zu kommen, auf die sie keine Lust hat und für die sie sich einen Partner aussuchen kann. Zur Verblüffung aller wird die Detektiv-Serie wegen Walt ein riesiger Erfolg, während der unter Angstattacken leidende Bob alles andere als glücklich in seiner Rolle als lästiges Anhängsel ist. Um ihm etwas Gutes zu tun, hat Walt Bobs E-Mail-Freundin May (Wen Yann Shih) nach Hollywood eingeladen. Diese weiß aber nichts vom siamesischen Zwilling, und eine ganze Weile spielen die beiden ihr auch Normalität vor, so gut sie können. Als sie die Wahrheit erfährt, ist sie geschockt und flieht. Bob ist verzweifelt und unglücklich. Für Walt steht die Entscheidung fest - sie müssen sich doch trennen lassen, um ihr eigenes Leben führen zu können...

"Unzertrennlich" ist ein für Farrelly-Verhältnisse erstaunlich ruhiger, moralbehafteter Film, der aber gerade hierdurch Stärke gewinnt. Ein weiterer böser Klamauk wäre nichts Überraschendes gewesen, dies schon. Man lacht nicht oft laut heraus, teilweise aber schon, und die gezielt gestreuten Gags sind dann auch wirklich gut. Cher spielt sich auf witzige Weise, vor allem aber beweisen Matt Damon und Greg Kinnear klasse Körperbeherrschung beim gemeinsamen Agieren. Ein gelungener Film, der Spaß bereitet, aber auch dramatisch ist und einen mitfühlen lässt.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)