Vanilla Sky



D: Penélope Cruz, Tom Cruise, Cameron Diaz, Kurt Russell, R: Cameron Crowe, 135 Min.

Das ist es nun also, das Werk, das besonders abseits der Dreharbeiten einiges auf den Kopf gestellt hat. Denn glaubt man den Berichten der Boulevard-Magazine, sind sich die Hauptdarsteller Tom Cruise und Penélope Cruz während der Produktion so nahe gekommen, dass sie sich sogar lieben gelernt haben und jetzt also das neue Hollywood-Traumpaar bilden.

So versucht man in den sicherlich vorhandenen romantischen gemeinsamen Szenen etwas von dem Knistern zwischen den beiden Charakteren zu erspüren, was man aber, so wie es real gewesen sein muss, vergeblich sucht. Ob das nun daran liegt, dass man aufgrund von soviel schon betrachteter geheuchelter Liebe etwas misstrauischer geworden ist, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls hat man schon durchaus schmachtender vor der Leinwand gesessen als hier. Was aber so schlimm gar nicht ist, handelt es sich doch nur in zweiter Hinsicht um einen Liebesfilm, weil die Elemente eines mitreißenden Psycho-Thrillers ganz klar überwiegen.

Dabei geht es um die Geschichte des Erben eines Millionenvermögens und des Firmenvorsitzes eines Modemagazins David Aames (Tom Cruise), dem bisher im Leben alles in den Schoß gefallen ist und der dies ohne größere Rücksichtnahme auf seine Mitmenschen einfach nur genießt. Das schließt sowohl den verantwortungslosen Führungsstil im Unternehmen als auch seine lockere Beziehung zu dem hübschen Model Julie (Cameron Diaz) ein, an die er sich nicht fester binden will, und damit zufrieden erscheint, bis ihm ausgerechnet auf seiner Geburtstagsparty die Spanierin Sofia (Penélope Cruz) begegnet, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Ihr gelingt es, seine Hülle der Oberflächlichkeit zu durchbrechen, und bei ihr scheint er sich zum ersten Mal komplett auf die Liebe einlassen zu wollen. Doch noch ehe die Liebesbeziehung so richtig durchstarten kann, ist sie auch schon wieder vorbei, denn Julie will sich keineswegs so leicht abservieren lassen und steigert sich in der Highlight-Szene des Films, als sie ihn in ihrem Auto mitnimmt, hinein in die absolute Wut über seinen Betrug. Und diese Wandlung während des Gesprächs von neugieriger Eifersucht bis hin zur verzweifelten Raserei, die sich im immer aggressiver werdenden Fahrstil widerspiegelt und im Crash von einer Brücke endet, ist allein schon das Eintrittsgeld wert.

Dieser Unfall stürzt einen zusammen mit David in ein Meer der Qualen und Phantasien, in dem die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit immer mehr verschwimmen und schließlich überhaupt nicht mehr zu existieren scheinen. Das wird von Cameron Crowe jedoch so meisterhaft inszeniert, dass man mehrmals logische Erklärungsansätze für das eigentlich unerklärliche Gesehene findet, die aber, sobald man sie gefunden hat, auch schon wieder zertreten werden. Dabei spielt einem der eigene Verstand ständig Streiche und lässt einen nicht abschalten bis es schließlich zur Aufklärung kommt. So ist das Remake von Alejandro Amenábars "Abre los ojos", dessen Vorarbeit übrigens durch das Flüstern des Originaltitels schon in der Anfangssequenz honoriert wird, absolut gelungen, wenn nur das Ende nicht wäre...

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Miguel)