DIE VERSUNKENE STADT Z
Darsteller:  Charlie Hunnam, Sienna Miller, Robert Pattinson, Tom Holland
Regie:  James Gray
Dauer:  140 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.DieVersunkeneStadtZ.de
Facebook:  facebook.com/Arthaus
 

Wenn einen an einem Film am meisten der deutsche Titel stört, ist das ja kein schlechtes Zeichen. Handeln wir das also rasch ab: Versunken ist hier gar nichts, denn wir befinden uns nicht unter Wasser. Warum man also das "lost" im Originaltitel "The lost city of Z" nicht einfach mit "verschollen" oder ähnlich übersetzt hat, entzieht sich jeglicher Logik.

Regisseur James Gray ("The Immigrant") hat sich der wahren, abenteuerlichen und am Ende auch mysteriösen Geschichte des britischen Forschers Percy Fawcett angenommen, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von David Grann, mit dem zusammen er das Drehbuch für den Film erarbeitete. In den 1920er-Jahren verschwand Fawcett bei einer seiner Expeditionen spurlos im brasilianischen Dschungel, und bis heute ist nicht klar, unter welchen Umständen.

Im Film sehen wir Percy Fawcett (Charlie Hunnam), der nach Armee-Einsätzen zu Hause trotz Familie mit einem Mangel an Zufriedenheit auf das im Leben wartet, was ihn ausfüllt und was Ansehen bringen könnte. Eine Möglichkeit ergibt sich, als er von der Royal Geographic Society zur Landvermessung in ein Amazonas-Gebiet zwischen Bolivien und Brasilien entsandt wird. Zusammen mit dem dem Dschungel-erfahrenen Eigenbrötler Henry Costin (Robert Pattinson) macht er sich auf ins gefährliche Gebiet. Er ist so fasziniert von der Mischung aus Neu-Erforschtem, Schönheit der Natur und ständiger Unsicherheit, dass er sich nur wenig später auf eine weitere Expedition zum Regenwald begibt - was seine Frau Nina (Sienna Miller) natürlich wenig begeistert. Als Fawcett dann noch auf bauliche Überreste von vergangenen Zivilisationen stößt, lodert in ihm das Feuer, der Öffentlichkeit der Welt Beweise von einer verschollenen Stadt, die er "Z" nennt, zu liefern...

Das Ganze klingt abenteuerlich und ist es auch: der Regenwald, der Amazonas, die ansässigen Naturvölker, Gefahren von Tieren, Eingeborenen und auch Krankheitserregern, Hunger und Durst, dazu eine Mischung aus Forscherdrang, Sehnsucht, Schönheit und Angst. Leider allerdings passiert hier ansonsten nicht allzu viel, und die 140 Minuten sind dadurch doch viel zu lang geraten - hier hätte James Gray weit mehr straffen sollen. Dschungel-Abenteuer ohne viel Action.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)