VIELLEICHT, VIELLEICHT AUCH NICHT
Darsteller:  Ryan Reynolds, Abigail Breslin, Elizabeth Banks, Isla Fisher
Regie:  Adam Brooks
Dauer:  112 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Weblink:  movies.uip.de/vielleichtvielleichtauchnicht
 

Zehnjährige Töchter können schon manchmal nerven, besonders wenn sie versuchen, Papa die Liebesgeschichte der Eltern zu entlocken. Da ist die kleine Maya (bezaubernd süß: Abigail Breslin) mit Sicherheit keine Ausnahme, erst recht, wo die Scheidung ihrer Eltern kurz bevor steht, und die Zeit des verliebten Miteinanders inzwischen meilenweit weg erscheint.

Doch so unangenehm die Fragestunde für Will (Ryan Reynolds) auch sein mag, so wunderbar einfühlsam und anrührend wird sie von Regisseur Adam Brooks aufbereitet, der sie als Gute-Nacht-Geschichte mit Fortsetzung an einem der vielen Vater-Tochter-Wochenenden inszeniert. Will kommt dabei selbstverständlich die Rolle des Erzählers zu, der, immer wieder unterbrochen von witzigen bis bissigen Fragen und Kommentaren seines aufgeweckten Töchterchens, nochmal die Stationen seines Liebeslebens Revue passieren lässt. Geschickt wird daraus durch willkürliche Benennung der Hauptdarstellerinnen ein Ratespiel um die Identität von Mayas Mutter, an dem sich nicht nur die Tochter sondern genauso das Publikum beteiligen darf, wenn auch Maya allein das Privileg der neugierigen Interaktion besitzt.

Es ist ein wundervoller Dialog zwischen den beiden, die so gut harmonieren, als wären sie tatsächlich Vater und Tochter. Da verzeiht man auch schon mal die doch sehr glattgebügelte Scheidungsproblematik, die hier nur ansatzweise durch die bonbonfarbenen Erzählungen hindurchscheint. Dafür ist besonders mit der Besetzung der Maya mit Abigail Breslin ein wahrer Glücksgriff gelungen, erobert sie doch gleich in den ersten Momenten das Herz des Betrachters im Sturm. So erfährt man in geschickt verschachtelten Rückblenden, wie sehr die Gefühlswelt im Laufe der Jahre mit Daddy Will Achterbahn gefahren ist, wobei neben seiner College-Liebe Emily (Elizabeth Banks) auch die überaus freizügige Summer (Rachel Weisz) und schließlich noch seine beste Freundin April (Isla Fisher) – jede für sich mit unterschiedlichen Vorzügen ausgestattet – im stetigen Wechsel seine Zuneigung erfuhren und somit in den engeren Kandidatenkreis für die Rolle von Mayas Mutter aufrückten.

Zum Schluss weiß man zwar genauso wie am Anfang, dass es mit der Liebe und den wichtigen Entscheidungen des Lebens nicht immer so einfach ist, hat aber zwischendurch zusammen mit Will eine rundum schöne Zeit gehabt und kennt immerhin Mayas Mutter.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)