WANTED
Darsteller:  James McAvoy, Angelina Jolie, Morgan Freeman, Thomas Kretschmann
Regie:  Timur Bekmambetov
Dauer:  110 Minuten
FSK:  keine Jugendfreigabe
Weblink:  movies.uip.de/wanted
 

Das Leben kann schon grausam sein. Erst recht zu den Duckmäusern dieser Welt, die sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu wehren wissen gegen die kleinen alltäglichen Grausamkeiten. Wes (James McAvoy), nicht gerade mit übermäßig viel Selbstbewusstsein ausgestattet, fristet sein trauriges Dasein als Fußabtreter der anderen, lässt sich von jedem ausnutzen, tagein-tagaus in seiner kleinen Angestellten-Arbeitplatz-Zelle von seiner gefrusteten Vorgesetzten rundmachen und – als wäre das noch nicht genug – von seiner Freundin mit seinem besten Kumpel betrügen.

Doch von einem Moment auf den anderen soll das alles der Vergangenheit angehören. Und das vollzieht sich mit einem gewaltigen Rumms, als Fox (Angelina Jolie) in sein Leben tritt, um ihn vor einem kaltblütigen Killer (Thomas Kretschmann) zu retten. So drastisch wie sich die Veränderung in seinem Leben gestaltet, so spektakulär fällt auch das Ringen der beiden gleichstarken Gegner um Wes aus. Da wird schon mal ein Supermarkt auf den Kopf gestellt und die tödliche Kugel durch eine auf der gleichen Schussbahn entgegenkommende neutralisiert. Alles schon packend genug, aber wie der überforderte Wes von Fox durch ihren mit offener Tür schleudernden Sportwagen zum Einsteigen genötigt wird, hinterlässt doch ein bleibenden Eindruck.

Regisseur Timur Bekmambetov („Wächter der Nacht“) kann sich hier bei seinem ersten Hollywoodfilm, was die Actionsequenzen betrifft, mit gestiegenem Budget richtig austoben, würde aber seinem namen keine Ehre machen, würde er diese nicht auch in eine etwas mystische, apokalyptische Handlung einbetten. Fox‘ Rettungsaktion dient nämlich nur dem einen Zweck, Wes, angeblich mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, für ihren Killer-Geheimbund zu rekrutieren, der durch gezielte Auftragsmorde das Böse immer wieder in die Schranken weisen muss. Dass die Namen der Zielpersonen dabei durch einen von einer höheren Macht gesteuerten Webstuhl in Stoffstrukturen verschlüsselt ausgespuckt werden, nehme man als abgehobene Idee einfach mal hin.

Wes jedenfalls stellt sich nach hartem Drill in den Dienst der Truppe und kann wie kaum ein anderer mit der Schusswaffe umgehen - aus der Schulter geschleuderte, angeschnittene Schüsse, die ihr Ziel hinter Hindernissen treffen, inklusive. Das wird tricktechnisch atemberaubend in Szene gesetzt und macht die Mordeinsätze wirklich sehenswert, aber bis ein wenig Bewegung in die Handlung kommt, muss man schon etwas Geduld aufbringen. Besonders Morgan Freeman in seiner Verkörperung des vielschichtigen Geheimbundleiters Sloan und James McAvoy mit seiner Wandlung vom Prügelknaben zum Macher tun sich dabei hervor, und dass Angelina Jolie als toughe Kampfamazone immer ein Hingucker ist, wissen wir ja schon seit „Tomb Raider“. Dass aber am Ende ein überaus ansehnliches Actionspektakel herausgekommen ist, ist vor allem den originellen, rasanten Jagdsequenzen geschuldet.

Wertung: 8 von 10 Punkten

(Mick)