WARCRAFT - THE BEGINNING
Darsteller:  Travis Fimmel, Paula Patton, Ben Foster, Dominic Cooper
Regie:  Duncan Jones
Dauer:  123 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.warcraft-film.de
 

Es ist mit derzeit immer noch geschätzten fünf Millionen Abonnenten das wohl erfolgreichste Computerspiel aller Zeiten, das Jahr für Jahr einen Milliardenumsatz generiert. Und wer erinnert sich nicht daran, wie es einst dafür in Sippenhaft genommen wurde, dass Jugendliche tagelang nicht mehr das Haus verließen, und zum ersten Mal von Computerspielsucht die Rede war. Dieses Phänomen aber lässt sich wohl mit jeder anderen ähnlich fesselnden Software beliebig reproduzieren, wie die jüngere Vergangenheit inzwischen gezeigt hat. Tatsächlich jedoch ist es als Rollenspiel mit seinen Phantasiewelten und nahezu unendlichen Handlungsmöglichkeiten seiner selbstkreierten Charaktere prädestiniert dafür, in seine Parallelwelt einzutauchen und währenddessen die Realität komplett hinter sich zu lassen. Das allerdings ist dann doch eher als Qualitätskriterium zu werten, durch das es sich von den vielen weniger erfolgreichen Online-Spielen abhebt.

Nun folgt also fast zwangsläufig seine Verfilmung, die man eigentlich schon viel früher erwartet hatte, aber deren Produktion sich wie so oft ein wenig hingezogen hat. Nach dem Ausstieg des vorgesehenen Regisseurs Sam Raimi („Spider Man“) und mehreren Drehbuchmodifikationen wurde jetzt letztendlich David Bowies Sohn Duncan Jones („Source Code“) damit betraut, die Phantasiewelt möglichst actiongeladen auf die Leinwand zu bringen. Und an der Action mangelt es mit Sicherheit nicht, wenn einem die Orks von der ersten Sekunde an am besten noch in 3D ihre Hämmer nur so um die Ohren hauen.

Die sind nämlich auf dem Weg, sich Dank der Fel-Magie ihres Anführers Gul'dan (Daniel Wu) neuen Lebensraum in der Welt der Menschen zu schaffen, in die sie mit Hilfe eines extra dafür errichteten Tores gelangen. So mächtig die Magie auch ist, so wird sie jedoch leider inklusive Tor von der Energie anderer Lebewesen gespeist, die in jeder ihrer Welten dann irgendwann zur Neige geht. Zwangsläufig sehen sich die Menschen geleitet von König Anduin Lothar (Travis Fimmel) in ihrer Existenz bedroht und damit gezwungen, sich gegen die Eindringlinge zur Wehr zu setzen. Tatkräftige Unterstützung erhält Lothar vom Magier Medivh (Ben Foster) und dem Lehrling Khadgar (Ben Schnetzer), die sich gemeinsam dem Feind entgegenstellen und alles in ihrer Macht stehende tun, um das Reich der Menschen zu retten.

Dabei sieht man der brillianten Animation geradezu in jeder Einstellung an, wie aufwändig und kostspielig sie gewesen ist, und das verfehlt seine Wirkung anfangs keinesfalls. Mit fortschreitender Dauer des Films aber erschöpft sich dieser Effekt doch immer mehr, und man wünscht sich trotz einiger individueller Verwicklungen auf Seiten beider Kontrahenten ein bisschen mehr Kreativität bezüglich des Handlungsverlaufs. So aber bleibt vor allem der Eindruck, dass man es bei all den ähnlich angelegten Charakteren mit einer Produktion zu tun hat, die vor allem im Fahrwasser der Mega-Erfolge von „Der Herr der Ringe“ ordentlich Kasse machen will. Die ist handwerklich sicherlich nahezu perfekt, lässt einen jenseits der technischen Begeisterung aber weitgehend kalt.



Wertung: 5 von 10 Punkten

(Mick)