Was das Herz begehrt



D: Jack Nicholson, Diane Keaton, Keanu Reeves, R: Nancy Meyers, 128 Min.

Harry Sanborn (Jack Nicholson) ist für seine 63 Jahre noch ein toller Hecht. Als Besitzer mehrerer Firmen, u.a. einer Rap-Schallplattenfirma, und ewiger Casanova kommt er bei jungen Frauen noch gut an, und so hat er nicht umsonst den Ruf, sich für gleichaltrige Liebhaberinnen gar nicht erst zu interessieren. Mit seiner neuesten Eroberung Marin (Amanda Peet) fährt er in das Haus ihrer Mutter ans Meer, um eine Liebeswochenende zu verbringen. Marin ist sicher, das Haus für sich zu haben, doch als Harry gerade in Unterwäsche am Kühlschrank steht, platzen Marnis Mutter Erica (Diane Keaton) und deren Schwester Zoe (Frances McDormand) herein. Erica hält Harry zuerst für einen Einbrecher, aber die Situation ist schnell geklärt. Nach kurzer Diskussion entscheidet man sich, das Wochenende zu viert in dem Haus zu verbringen. Beim Abendessen geht es dann alles andere als friedlich zu. Erica, die Harry natürlich viel zu alt findet für ihre Tochter, erörtert mit Zoe Harrys Ruf in der Presse, und dieser kann sich Kommentare über Frauen "in ihrem Alter" nicht verkneifen - so hauen sie sich verbale Spitzen an den Kopf. Wenig später sorgt Harry für Aufregung, als er im Schlafzimmer zusammen bricht. Im Krankenhaus wird klar, dass er Viagra genommen hatte und einen leichten Herzinfarkt erlitten hatte. Der behandelnde Arzt Dr. Julian Mercer (Keanu Reeves) verordnet Harry Bettruhe und erklärt ihn für Transportunfähig, was weite Wege betrifft. Da also eine Rückkehr in die Stadt vorerst ausgeschlossen ist, bleibt Harry vorerst in Ericas Haus, wo ihn Julian gerne besucht, auch aus anderem Grund. Der Arzt ist ein Bewunderer von Erica, die als Bühnenautorin erfolgreich ist, und froh, sie persönlich kennen zu lernen. Nicht nur dies, der weit jüngere Julian flirtet mit Erica und bittet sie um ein Date, welches sie ihm auch gewährt. So kommt es zu einigen witzigen Situation in Ericas Haus, wo Harry und sie sich zunächst weiter sehr kritisch gegenüber stehen. Harry wird in diesen Tagen bewusst, dass er alt geworden ist, und er zeigt nicht gekannte Sensibilität. Erica hingegen entdeckt sich neu und gerät in ein Gefühlschaos zwischen Julian und - ja, mit der Zeit nähern sie sich immer mehr an - Harry, dessen Beziehung zu Marin bald keinen Bestand mehr hat.

"Was das Herz begehrt" ist ein witziger, einfach netter Film, der vor allem zu Beginn sehr viel Spaß bereitet. Jack Nicholson spielt mal wieder großartig, kommt aber im Laufe des Films immer weniger dazu, seine Klasse wie am Anfang auszuspielen. Die Handlung ist nicht überragend, aber bis auf das gequält herbeigeschrieben wirkende Ende durchaus nett. Schade, dass dem Film die Spritzigkeit gegen Ende etwas ausgeht, denn in der ersten Stunde ist er große Klasse. Aber auch wenn er dann nachlässt, so ist er insgesamt doch sehr unterhaltsam und man ärgert sich sicher nicht, ihn gesehen zu haben.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)