WIE DURCH EIN WUNDER
Regie:  Zac Efron, Amanda Crew, Charlie Tahan, Kim Basinger, Ray Liotta
Regie:  Burr Steers
Dauer:  99 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  movies.uip.de/wie-durch-ein-wunder
 

Nun soll es also für ihn anfangen, das wirklich ernst zu nehmende Wirken vor der Kamera. Als Disney-Entdeckung zum Teenieschwarm und absoluten Superstar aufgestiegen, plant Schönling Zac Efron („High School Musical“, „17 Again“) jetzt mit seiner Rolle in der Verfilmung von Ben Sherwoods erfolgreichem Roman endgültig ins Charakterfach zu wechseln. Und die Figur des Charlie St. Cloud ist ihm auch wirklich wie auf den Leib geschrieben.

Als High School-Absolvent und obendrein Gewinner des begehrten Segel-Stipendiums steht dem die Welt offen, doch noch viel mehr bedeutet ihm eigentlich sein kleiner Bruder Sam (Charlie Tahan), um den er sich zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter (Kim Basinger) kümmert. Und da Mama immer öfter Sonderschichten fährt, um die Familie irgendwie über Wasser zu halten, wird er für Sam schnell zu Bezugsperson und Vaterersatz. Das schweißt zusammen und so fällt es ihm auch nicht leicht, sich für längere Zeit zum Collegebesuch zu verabschieden. Vorher nimmt ihm Brüderchen allerdings noch das Versprechen ab, bis zu seiner Abreise täglich immer um die gleiche Zeit mit ihm Baseball zu trainieren. Doch alles kommt ganz anders als gedacht, als Sam kurze Zeit später unter unglücklichen Umständen bei einem Autounfall stirbt, den er selbst nur durch Reanimation haarscharf überlebt.

Soweit ist die Geschichte recht einfühlsam erzählt, aber mit dem Unfall bekommt sie plötzlich eine übersinnliche Komponente, die nicht so richtig passen will. Ein paar Jahre sind vergangen und Charlie sorgt sich nicht etwa um die Berechnung instationärer Strömungsfelder am College sondern viel mehr um die Beseitigung der Hinterlassenschaften von Gänsen als Wärter des heimischen Friedhofs immer noch im selben Kaff. Und das ist sie halt, die große Schauspielkunst. So sehr man sich in den treusorgenden großen Bruder hineinversetzen konnte, so wenig nimmt man ihm jetzt den aus der Bahn geworfenen, runtergekommenen Friedhofswärter ab, der sich auch gerne mal in der Kneipe prügelt. Zu sehr wird aber auch Wert auf die Inszenierung dieses allen Schönheitsidealen entsprechenden Geschöpfs Efron gelegt, als dass man auf Charlies schweren Schicksalsschlag schließen könnte. Auf dass die Mädels ja wieder schmachtend die Kinotüren einrennen mögen.

Dass Charlie nach seiner Nahtod-Erfahrung nun verstorbene Menschen gegenübertreten als lebten sie noch – tun sie das wirklich oder ist es eher seine Einbildung? – bildet zwar den Leitfaden der Handlung, sorgt aber zusammen mit der aufgesetzten Liebesgeschichte eher für Verwirrung. Schade, hätten doch die täglichen Baseball-Treffen mit seinem Bruder, Einbildung oder nicht, in Kombination mit dem Schwanken zwischen Verpflichtung zur Vergangenheit und Perspektive des eigenen Lebens genügend Stoff hergegeben. So ist der Film nur wieder leichte Abendunterhaltung mit schönen Menschen und der Weg zum Charakterdarsteller für Zac Efron noch lang und steinig.

Wertung: 4 von 10 Punkten

(Mick)