WOLFMAN
Darsteller:  Benicio Del Toro, Anthony Hopkins, Emily Blunt
Regie:  Joe Johnston
Dauer:  102 Minuten
FSK:  freigegeben ab 16 Jahren
Weblink:  www.wolfman-film.de
 

Es ist die gute alte Sage vom Werwolf – nach einem Biss desselben ist Mensch ein ebensolcher und mutiert in Vollmondnächten zu einem wilden, blutrünstigen Monster. Angelehnt an den Klassiker „Der Wolfsmensch“ aus den 40er Jahren präsentiert uns Actionexperte Joe Johnston („Jurassic Park III“) jetzt seine Variante der Geschichte. Und so oft man sie auch schon gehört und gesehen haben mag, es gelingt ihm tatsächlich, dem eigentlich abgegriffenen Thema neues Leben einzuhauchen.

Dabei setzt er zunächst einmal ganz auf den langsamen, romantischen Stil, wenn er uns ins beschauliche Blackmoor im viktorianischen England entführt, wo allerdings eine grauenhafte Mordserie die Bevölkerung beunruhigt. Immer wieder werden da übel zugerichtete Leichen gefunden, wofür niemand eine Richtige Erklärung hat. Zur selben Zeit kehrt Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) – von der Verlobten (Emily Blunt) seines Bruders zu Hilfe gerufen - aus dem entfernten New York in sein Heimatörtchen zurück, um sie bei der Suche nach seinem unter mysteriösen Umständen verschwundenen Bruder zu unterstützen. Doch diese Kulisse des so idyllisch da liegenden, englischen Hinterlands, die uns Johnston so schön mit Weichzeichnerfilter und in warmen Pastelltönen malt, erzeugt nur die Ruhe vor dem Sturm, denn schon bald setzt er mit der ersten blutigen Mordnacht einen deutlichen Kontrapunkt.

Genau das ist es auch, woraus der Film seine Energie schöpft: erfährt man von Lawrence frühen Auseinandersetzungen mit seinem Vater (Anthony Hopkins) und seinen verdrängten Problemen, die bis weit in seine Kindheit zurück reichen überwiegend im ruhigen Erzählstil, geht es in den Werwolf-Szenen richtig ab. Da sieht man bei der atemberaubenden Rasanz nicht nur, dass Johnston sein Action-Handwerk sehr wohl versteht, sondern es kommen auch die Splatter-Fans auf ihre Kosten. So kommt so manches Gedärm zum Vorschein, und auch ein Kopf darf schon mal publikumswirksam blutig durch die Luft fliegen. Da rücken die zweifelsohne vorhandenen, soliden schauspielerischen Leistungen der illustren Besetzung bei der Vermittlung der Zusammenhänge zwangsläufig in den Hintergrund. Was hängen bleibt, sind halt doch eher die spektakulären Bilder der Transformation von Mensch zu Wolf als der der Geschichte zugrundeliegende Vater-Sohn-Konflikt. Schade nur, dass es Johnston mit der Action zum Schluss ein wenig übertreibt, hier heißt es wie so oft: weniger wäre mehr gewesen.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Mick)