Die Wonder Boys

D: Michael Douglas, Tobey Maguire, Frances McDormand, R: Curtis Hanson, 112 Min.

Dass ein erhöhtes Staraufkommen noch keinen unterhaltsamen Kinoabend garantiert, ist hinlänglich bekannt, hier allerdings geht die Rechnung voll auf, die man zur Verfilmung von Michael Chabons gleichnamigem Roman gemacht hat. Mit Regisseur Curtis Hanson ("L.A. Confidential"), Megastar Michael Douglas und Frances McDormand ("Fargo") sind alleine drei Oscar-Preisträger beteiligt, hinzu kommen Robert Downey Jr. ("Chaplin") sowie die Shooting Stars Tobey Maguire ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") und Katie Holmes (Go!").
Grady Tripp (Michael Douglas, überzeugend wie seit Jahren nicht mehr) ist ein leicht abgewrackt wirkender Literatur-Professor, dessen einziger Roman, ein Bestseller, schon fast zehn Jahre her ist. An einen würdigen Nachfolger glauben die meisten schon nicht mehr, wer weiß schon, ob er überhaupt noch schreibt oder sich lieber allabendlich in eine bekiffte Welt rettet. Heute ist kein guter Tag. Seine Frau hat ihn mal wieder verlassen, außerdem kommt sein Lektor Crabtree (Robert Downey Jr.) zum alljährlichen "Wordfest" der Universität von Pittsburgh in die Stadt, und dieser wird so langsam aber sicher auch ungeduldig, was Gradys Roman angeht. Dass der spleenige Crabtree noch einen auf dem Flug aufgelesenen Transvestiten mitbringt, ist noch das geringste Übel. Zwei seiner Studenten sollen eine Rolle spielen. James (Tobey Maguire) wird vom ganzen Kurs für eine Niete gehalten, hat aber einen anständigen Roman geschrieben, ohne dass jemand davon weiß. Heute ist er schlecht drauf, vielleicht wollte er sich sogar erschießen, jedenfalls fuchtelt er im Garten vor dem Haus des Universitätskanzlers Walter Gaskell (Richard Thomas), in dem eine große Party steigt, mit einer Waffe - eine Spielzeugpistole, wie er versichert - herum, als Grady ihm begegnet. Hannah (Katie Holmes) wohnt in Gradys Haus und macht ihm ständig eindeutige Angebote, wo sie doch mitbekommen hat, dass seine Frau fort ist. Im Haus hat Sara (Frances McDormand), Walters Ehefrau und Gradys geheime Geliebte, diesem gerade eröffnet, dass sie schwanger ist - auch das noch. Um James aufzumuntern, führt ihn sein Professor in einer ruhigen Minute, als alle das Haus verlassen, in Walters Schlafzimmer und zeigt ihm ein in einem Safe aufbewahrtes Einzelstück - eine Jacke aus dem Besitz von Marilyn Monroe. Als Walters blinder Hund den von ihm ungeliebten Grady anfällt, erschießt ihn James kurzerhand mit seiner vermeintlichen Spielzeugpistole und der Ärger nimmt seinen Lauf. Plötzlich hat Grady nicht nur den toten Köter seiner schwangeren Geliebten im Kofferraum, auch Marilyns Jacke ist dank James verschwunden, der wiederum mit Drogen vollgepumpt bald nicht mehr zurechnungsfähig ist, und keiner weiß, wohin mit ihm...
"Die Wonder Boys" ist eine herrlich verzwickte Geschichte, die vor witzigen Einfällen nur so sprudelt, von den verschiedenen Charakteren sowie guten schauspielerischen Leistungen lebt und von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur Spaß macht. Klasse Film, anschauen!

Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)